Luhansk: Rücktritt oder Sturz von Separatistenchef Igor Plotnizki | Aktuell Europa | DW | 24.11.2017
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Ostukraine

Luhansk: Rücktritt oder Sturz von Separatistenchef Igor Plotnizki

In der Region Luhansk in der Ostukraine hat ein bizarrer Machtkampf zwischen den Anführern der Separatisten ein vorläufiges Ende gefunden. Zuvor gab es eine gescheiterte Entlassung und einen angeblichen Putsch.

Die Abgeordneten der selbst ernannten Volksrepublik Luhansk in der Ostukraine haben sich einstimmig für die Absetzung des Separatistenchefs Igor Plotnizki ausgesprochen. Das teilte der sogenannte Volksrat in Luhansk mit. Sicherheitsminister Leonid Pasetschnik gab zuvor bekannt, dass Plotnizki aus "gesundheitlichen Gründen" freiwillig zurückgetreten sei und er übergangsweise das Amt übernehmen werde. Der Separatistenchef selbst äußerte sich zunächst nicht dazu. Medienberichten zufolge soll sich der 53-Jährige zur Zeit in Moskau aufhalten.  

Angeblicher Putschversuch

Der selbsternannte Präsident der Region Luhansk und sein früherer Innenminister Igor Kornet hatten sich zuletzt einen Machtkampf geliefert. Am Montag hatte Regionalführer Plotnizki seinen Minister entlassen. Einen Tag später hatte Kornet seine Entlassung über die Nachrichtenagentur der Separatisten dementiert. Der "Präsident" hatte ihm daraufhin vorgeworfen, sich an die Macht zu klammern und die Region damit zu destabilisieren.

Am selben Tag hatten schließlich hunderte bewaffnete Männer in Militäruniformen ohne Hoheitsabzeichen die Zufahrtsstraße zum Parlament und dem Regierungssitz der selbsternannten Republik abgeriegelt. Daraufhin warf Plotnizki seinem Innenminister einen bewaffneten Putschversuch vor.

Der Kreml schweigt

Offenbar gelang es dem "Präsidenten" aber nicht, die Lage wieder unter seine Kontrolle zu bekommen. Russischen Medienberichten zufolge war Plotnizki bereits am Donnerstag nach Moskau gereist. Seine Sprecherin wollte sich zu den Berichten allerdings nicht äußern. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow hatte am Mittwoch erklärt, Russland sei sich der Vorgänge in der Ostukraine bewusst. Er verweigerte jedoch jeglichen Kommentar.

Im Osten der Ukraine herrscht seit mehr als drei Jahren ein blutiger Konflikt zwischen ukrainischen Regierungstruppen und prorussischen Rebellen der "Republiken" Luhansk und Donezk. Dabei wurden bislang mehr als 10.000 Menschen getötet. Die ukrainische Regierung, die EU und die USA werfen Russland vor, die Separatisten militärisch zu unterstützen. Moskau weist die Vorwürfe zurück.

sti/cr/stu (afp, ap)