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Europa

Luftverkehr läuft langsam wieder an

In Europa läuft nach der tagelangen Sperrung des Luftraums der Flugverkehr langsam wieder an. Auch in Deutschland starteten und landeten wieder Flugzeuge.

Ein Passagierflugzeug fliegt am blauen Himmel (Foto: dpa)

Es regt sich wieder mehr am europäischen Himmel

Die Hoffnung auf ein Ende des Chaos im europäischen Flugverkehr ist weltweit gestiegen. In Italien und in der Schweiz sollen im Laufe des Dienstages (20.04.2010) alle Flughäfen wieder in Betrieb gehen, Frankreich, die Niederlande und Belgien kündigten eine schrittweise Öffnung ihres Luftraumes an. In Großbritannien bleibt der Luftraum allerdings vorerst bis mindestens 20 Uhr weitgehend geschlossen. Obwohl auch der deutsche Luftraum bis 20 Uhr gesperrt bleibt, starteten und landeten zahlreiche Maschinen. Ermöglicht wurde dies durch eine Ausnahmeregelung, wonach die Piloten bei gutem Wetter in wenigen tausend Metern Höhe auf Sicht fliegen dürfen.

Flugzeuge stehen auf dem Vorfeld des Flughafens Düsseldorf (Foto: dpa)

Mit Ausnahmeregelungen zum halbwegs normalen Flugbetrieb zurück

Die Lufthansa kündigte an, einen großen Teil ihrer rund 80 Langstreckenflüge sowie innerdeutsche und europäische Flüge anbieten zu können. Insgesamt sind rund 200 Flüge geplant. Auch die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft, Air Berlin, will im Laufe des Tages zum normalen Betrieb zurückkehren.

Deutliche Braunfärbungen der Luft

Neue Erkenntnisse zur Aschekonzentration in der Luft werden im Laufe des Tages erwartet, wenn Daten eines Testfluges vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt veröffentlicht werden. Das Messflugzeug war am Montag zu einem knapp vierstündigen Rundflug gestartet, um die Dichte der Ascheteilchen in der Luft und ihre Größe zu messen. Dabei sahen die Experten nach eigenen Angaben deutliche Braunfärbungen der Luft.

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer überlegt, die Regeln für Flugverbote nach Vulkanausbrüchen und anderen Naturereignissen zu überprüfen. "Vielleicht muss man da das ein oder andere anpassen, vor allem in der europäischen Abstimmung", sagte der CSU-Politiker im ZDF. Ramsauer wehrte sich gegen Kritik, er habe die Flugverbote über Deutschland vorschnell verhängt. Es gebe für solche Fälle ein ganz klares Regelwerk bei der internationalen Luftfahrtbehörde. Das habe er befolgt. Der Bundesverkehrsminister wird am Mittwoch eine Regierungserklärung im Bundestag wegen der massiven Behinderungen im Luftverkehr abgeben.

Piloten sehen Genehmigungen kritisch

Die Pilotenvereinigung Cockpit reagierte mit Unverständnis auf die Sonderfluggenehmigungen im deutschen Luftraum. Vorstandsmitglied Jörg Handwerg sagte dem Deutschlandfunk, er und seine Kollegen könnten die Entscheidung nicht nachvollziehen. An der wissenschaftlichen Einschätzung der Gefährlichkeit der Vulkan-Aschewolken habe sich nichts geändert. "Man hat nur eine juristische Winkelkonstruktion gesucht, um die Flugzeuge in die Luft zu bringen. An der Sicherheit hat sich aus unserer Sicht nichts geändert", sagte Handwerg.

Widersprüchliche Meldungen über neue Aschewolke

Aschewolke in der Luft (Foto: AP)

Der Vulkan stößt jetzt nur Lava und 'fast reinen Wasserdampf' aus, sagen isländische Experten

Aus Island kommt kaum noch neue Vulkanasche auf den europäischen Kontinent. Das teilte das Meteorologische Institut in Reykjavik mit und widersprach damit Angaben des Meteorologischen Instituts in London. Nach Angaben der Experten auf der Atlantikinsel stößt der Vulkan unter dem Gletscher Eyjafjallajökull jetzt nur Lava und "fast reinen Wasserdampf" aus. Die dennoch erneut zunehmenden Probleme für die Luftfahrt in mehreren europäischen Ländern würden ausschließlich durch Verschiebungen der schon vorhandenen Wolke über dem Kontinent herrühren. Das Meteorologische Institut in London hatte gemeldet, dass die Eruption sich verstärkt habe und sich eine neue Aschewolke in südöstlicher Richtung auf Großbritannien zubewege.

Die Vulkanasche hat die Reiseplanungen von mittlerweile mehr als 200.000 deutschen Pauschaltouristen durcheinandergebracht. Etwa die Hälfte von ihnen sitze im Ausland fest, die andere Hälfte habe bislang nicht aus Deutschland abfliegen können, teilte der Deutsche Reiseverband (DRV) mit.

Autorin: Pia Gram (dpa, apn, afp, rtr)

Redaktion: Martin Schrader

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