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Luftiges

Zum Atmen braucht man sie. Wie Luft behandelt werden, will aber keiner. Um keine dicke Luft entstehen zu lassen, empfiehlt es sich, sie abzulassen.

Die Berliner Luft hat in Deutschland eine gewisse Berühmtheit erlangt. Sie wird in einer Volksweise besungen und zählt immer noch zum unverzichtbaren Repertoire nicht nur der Berliner Drehorgelspieler. Mit dieser Berliner Luft ist weniger die Atemluft in der deutschen Hauptstadt gemeint als vielmehr die unverwechselbare Atmosphäre der Stadt, in der Dinge möglich sind, die eben nur in Berlin, in der "Berliner Luft", geschehen können.

Lyrische Luft

Luft: Was läge nach Frühlingsbeginn näher, als dabei an die milde Frühlingsluft zu denken. Man muss sie einfach erwähnen, die Anfangszeilen von Eduard Mörikes Gedicht "Er ist’s":

"Frühling lässt sein blaues Band

Wieder flattern durch die Lüfte …"

Und Ludwig Uhland begrüßt den Frühling:

"Die linden Lüfte sind erwacht …"

Seit dem 18. Jahrhundert zählt der Plural von LuftLüfte – als ausschließlich poetischer Ausdruck zum deutschen Wortschatz.

Wenn wir sagen: "Kein Lüftchen regt sich", ist Lüftchen eine Art Grenzfall zwischen gehobener und dichterischer Sprache. Ein Lüftchen ist ein Windhauch. Für kurze Zeit leicht bewegte Luft. Die Luft wird meist erst dann wahrgenommen, wenn sie in Bewegung ist. Wir kennen die Wahrnehmung und natürlich auch die Wirkung frischer Luft, die beispielsweise beim Lüften von Räumen durch die geöffneten Fenster strömt. Wir empfinden Luft als kalt oder warm, wir spüren die Zugluft, die durch Fenster und Türen zieht und besonders im Winter höchst unangenehm ist.

Reinigende Wirkung

Aber wir haben ja den Winter hinter uns gelassen, Warmluft bestimmt nun im Großen und Ganzen das Wetter. Den meisten von uns macht es eben doch mehr Spaß, an die Luft zu gehen, wenn es schön mild ist draußen, man kann sich wieder luftigere – sprich leichtere – Klamotten anziehen und, wie es in dem alten Schlager heißt, feststellen: "Es liegt was in der Luft, ein ganz bestimmter Duft …"

Wir gehen an die Luft, das heißt, wir machen einen Spaziergang. Wir können aber auch in die Luft gehen. Letzteres bedeutet, wir machen unserem Ärger lauthals Luft, hauen auf den Tisch und sagen, was Sache ist.

Verschiedene "Lüfte"

Apropos sagen, was Sache ist: Was ist denn Luft eigentlich? Nun, sie ist die Schicht, die unsere Erde als Atmosphäre umgibt. Ein Gasgemisch, das vor allem aus Stickstoff und Sauerstoff besteht. Verschiedene Luftschichten unterschiedlicher Temperaturen und die Luftströmungen bestimmen im Wesentlichen unser Wetter.

Luft ist nicht gleich Luft. Wir spüren die Unterschiede. Die Meeresluft, die Luft in den Bergen – sie sind anders als die Luft in den Städten, den Ballungsgebieten. In diesem Zusammenhang kommen wir um den Begriff der Luftverschmutzung nicht herum. Frische, nicht verschmutzte Luft ist lebensnotwendig. Deshalb sagen wir auch von etwas, was uns lebenswichtig erscheint: "Ich brauche das, wie die Luft zum Atmen".

Von Luftsäcken und Luftschlössern

Wir verzichten auf einen alphabetischen Durchgang der gebräuchlichsten mit Luft zusammengesetzten Hauptwörter. Jeder weiß, dass ein Luftbefeuchter ein Gerät ist, das die Luft befeuchtet, wenn sie zu trocken ist, und über den Luftverkehr müssen wir uns auch nicht auslassen. Aber da gibt es noch den Luftsack – das deutsche Wort für den Airbag in Autos.

Und was ist ein Luftschloss, beziehungsweise was bedeutet der Ausdruck Luftschlösser bauen? In uns allen steckt ein kleiner Baumeister, der manchmal, vor dem Einschlafen zum Beispiel, ein Luftschloss zu bauen beginnt. Das ist ein Fantasiegebilde, eine Wunschvorstellung, bis ins Detail ausgemalt. Aber ach, sie lassen sich meist nicht verwirklichen, die Luftschlösser, sie lösen sich auf und verschwinden im Nichts.

Luft ablassen

Luft wird im Vergleich zu Festem und Flüssigem als Nichts, als Leere angesehen. Vernichtendes Urteil über eine Person ist demnach: "Der ist Luft für mich". Ein Nichts. Ein Niemand. Schlimm, wenn es einmal soweit gekommen ist. Da ist nichts mehr zu machen. Dann lieber dicke Luft, die Stimmung, in der man kaum ein Wort miteinander wechselt, Irgendwann kommt dann vielleicht ein ordentlicher Krach. Dann ist sie raus die dicke Luft.


Fragen zum Text

Der Begriff Lüftchen steht für …

1. dünne, sauerstoffarme Bergluft.

2. das Öffnen von Fenstern, um Luft hereinzulassen.

3. einen leichten Windhauch.

Luft besteht hauptsächlich aus …

1. Kohlendioxid.

2. Argon.

3. Stickstoff.

Ein Luftschloss ist eine ...

1. unrealistische Wunschvorstellung.

2. bestimmte Wolkenformation.

3. Burg mit einer Mindesthöhe von 30 Metern.

Arbeitsauftrag

Ob Eduard Mörike oder Ludwig Uhland, ob in der Volksweise oder im Schlager – Luft war stets ein beliebter Gegenstand für Poeten und Liedermacher. Schreiben auch Sie ein kurzes, mindestens vierzeiliges Gedicht, in dem es um Luft geht.

Autor: Michael Utz

Redaktion: Ingo Pickel / Beatrice Warken

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