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Wirtschaft

Lufthansa verbucht Mini-Gewinn

Europas größte Airline Lufthansa hat das Jahr 2014 mit einem kleinen Gewinn abgeschlossen. Das Konzernergebnis lag mit 55 Millionen Euro deutlich unter dem Vorjahreswert von 313 Millionen.

"Die Zahlen für 2014 zeigen erneut, dass Beharren auf unwirtschaftlichen Strukturen keine Option für die Zukunft ist", erklärte Lufthansa-Chef Carsten Spohr am Donnerstag bei der Vorlage der Bilanz in Frankfurt am Main mit Blick auf die Piloten-Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC).

Die Streiks der Lufthansa-Piloten und des Sicherheitspersonals belasteten das operative Ergebnis 2014 den Angaben zufolge mit 232 Millionen Euro. Insgesamt stieg das operative Konzernergebnis im Vergleich zu 2013 aber um 255 Millionen Euro auf 954 Millionen Euro an; der Umsatz blieb mit 30 Milliarden Euro im Vorjahresvergleich stabil.

Druck von allen Seiten

In Zukunft wird laut Konzernchef Spohr der Wettbewerbsdruck auf die Fluggesellschaften der Lufthansa-Gruppe weiter zunehmen. Die Airline müsse die Voraussetzungen schaffen, um "wirtschaftlich wieder eine Spitzenposition" in der Branche zu erreichen. Druck kommt auf der einen Seite von den Low-Cost Carriern und andererseits von staatlich subventionierten Fluglinien aus dem Nahen und Fernen Osten.

Zudem befinden sich der Konzern und die Pilotengewerkschaft VC in einem langwierigen Konflikt. Um dem wachsenden Konkurrenzdruck in der Luftfahrtbranche standzuhalten, will die Lufthansa ihre Kosten drastisch senken. Dazu gehören auch Einschnitte bei den Löhnen und Vorsorgeleistungen. Unter anderem will die Lufthansa die Altersversorgung der Piloten neu regeln. Die Altersgrenze, mit der Lufthansa-Piloten bislang in den bezahlten Frühruhestand gehen und bis zur gesetzlichen Rente 60 Prozent ihrer Bezüge erhalten können, soll auf 60 Jahre angehoben werden. Künftige Piloten sollen überhaupt keine betriebliche Frührente mehr erhalten.

Gegen die Pläne wehrt sich die Pilotenvereinigung Cockpit vehement und streikte 2014 mehrfach. Zuletzt traten die Piloten der Lufthansa-Tochtergesellschaft Germanwings Mitte Februar zwei Tage lang in den Ausstand.

Für das laufende Jahr hofft der Konzern trotz fallender Ticketpreise und drohender neuer Pilotenstreiks weiter auf bessere Ergebnisse. Der um Sondereffekte wie außerplanmäßige Abschreibungen bereinigte Gewinn vor Abzug von Zinsen und Steuern soll sich von 1,2 Milliarden im Vorjahr auf mehr als 1,5 Milliarden Euro verbessern. Die Ticketpreise dürften auch in diesem Jahr deutlich sinken, sagte Finanzchefin Simone Menne. Dafür sollen sich die größere Zahl sparsamerer Flugzeuge und der gesunkene Kerosinpreis auszahlen.

wen/zdh (dpa, rtrd)

wen/zdh (dpa, rtrd, afpd)