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Wirtschaft

Lufthansa-Streik sorgt zunehmend für Frust

Die Lufthansa wehrt sich vor Gericht gegen den Streik der Flugbegleiter. Die weiten nun ihre Aktionen noch aus. Für Lang- und Mittelstreckenpassagiere sieht es in den kommenden Tagen düster aus.

Die Lufthansa will den Streik der Flugbegleitergewerkschaft UFO gerichtlich stoppen lassen. Das Unternehmen habe bei den Amtsgerichten Darmstadt und Düsseldorf jeweils einen Antrag auf einstweilige Verfügung gestellt, sagte ein Lufthansa-Sprecher. Grund dafür sei unter anderem, dass der Streikaufruf der Gewerkschaft "zu unspezifisch" sei.

Unterdessen verschärfen die Flugbegleiter ihren Streik noch einmal deutlich. Bis zum angekündigten Ende am Freitag sollen von Mittwoch an alle Lang- und Mittelstreckenflüge bestreikt werden, kündigte die Gewerkschaft Ufo am Dienstag in Frankfurt an. Aufgerufen sind die Flugbegleiter an allen drei Crew-Standorten Frankfurt, München und Düsseldorf.
Die Gewerkschaft reagiert damit auf angekündigte Klagen der Lufthansa gegen den Arbeitskampf. Die Fluglinie hatte am Dienstag bei den Arbeitsgerichten Düsseldorf und Darmstadt einstweilige Verfügungen gegen den seit Freitag laufenden Arbeitskampf eingereicht.

Cockpit will nach Karlsruhe

Im September hatte die Lufthansa bereits erfolgreich gegen einen Streik der Pilotengewerkschaft Cockpit geklagt. Arbeitsrichter in Frankfurt am Main erklärten den Streik für rechtswidrig und begründeten dies damit, dass auch wegen einer Mitbestimmung bei dem Lufthansa-Sparkonzept "Wings" gestreikt werde. Dies sei aber kein tariflich regelbares Ziel der Gewerkschaft. Der damals laufende Ausstand habe nicht in erster Linie bessere Bedingungen der Piloten zum Ziel gehabt, sondern habe sich gegen die Unternehmensstrategie des Arbeitsgebers gerichtet. Das Gericht folgte damit der Argumentation der Lufthansa.

Die Piloten-Vereinigung Cockpit will das gerichtliche Streikverbot dennoch vor dem Bundesverfassungsgericht zu Fall bringen. Cockpit habe bei dem Karlsruher Gericht Verfassungsbeschwerde eingelegt, sagte eine mit dem Vorgehen der Gewerkschaft vertraute Person am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters.

Wirtschaft verärgert über "Geiselhaft"

Unterdessen haben Vertreter der deutschen Wirtschaft den Streik der Lufthansa-Flugbegleiter scharf kritisiert. Gerade mit Blick auf eine "sich abschwächende Auslandsnachfrage braucht die deutsche Konjunktur eher Schub als Gegenwind durch Streiks", sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Martin Wansleben, der "Passauer Neuen Presse". "Je länger ein Streik dauert, desto größer die Produktionsstörungen."

Wenn sich Luftverkehrsstreiks über Tage hinzögen, könne der Schaden auf 25 Millionen Euro pro Tag hinauslaufen, sagte Wansleben weiter. Per Luftfracht würden besonders hochwertige und strategisch wichtige Teile transportiert. Ein kleiner fehlender Schalter könne den Bau einer ganzen Maschine verhindern, so Wansleben.

Der wirtschaftspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Joachim Pfeiffer, sagte unterdessen der "Rheinischen Post": "Wir fordern, unverhältnismäßigen Arbeitskampfmaßnahmen einen Riegel vorzuschieben, damit weiterer Schaden vom Wirtschaftsstandort Deutschland abgewendet wird und das Chaos für die Passagiere endlich ein Ende hat." Für "zentrale Bereiche der Daseinsvorsorge", etwa im Luft- und Bahnverkehr, müssten klare Vorschriften geschaffen werden, sagte Pfeiffer. Spartengewerkschaften dürften "nicht weiter ganze Branchen und deren Kunden in Geiselhaft nehmen können".

wen/sti ( rtr, dpa)