1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Wirtschaft

Lufthansa-Streik mit bisher geringen Auswirkungen

Der Streik bei der Lufthansa wirkt sich jetzt auch auf die Passagiere aus. Rund 70 Kurzstreckenflüge musste das Unternehmen am Dienstag streichen. Das entspricht etwa drei Prozent der Tagesleistung.

Anzeigetafel am Flughafen (Quelle: AP)

Am Frankfurter Flughafen werden erste Ausfälle signalisiert

Nach Angaben von Lufthansa-Sprecher Patrick Meschenmoser werden die Fluggäste auf frühere oder spätere Verbindungen umgebucht. "Die Situation ist geordnet und ruhig", sagte der Sprecher. Interkontinentalverbindungen seien nicht betroffen.

Während es am ersten Streiktag am Montag keine Flugausfälle gegeben hatte, machte sich am Dienstag (29.07.2008) der Ausstand des Bodenpersonals bemerkbar: Neun Kurzstreckenflugzeuge der Lufthansa wurden nicht gewartet und durften deshalb nicht starten. Sechs von ihnen mussten am Flughafen Frankfurt am Boden bleiben, drei in München. Insgesamt verfügt die Fluggesellschaft nach eigenen Angaben über 520 Flugzeuge.

Längerer Arbeitskampf?

Rücken einer Person weißem T-Shirt (Quelle: AP)

Längst nicht alle Lufthansa-Mitarbeiter streiken

In der Hauptstadt hatte der Ausstand nach Angaben der Berliner Flughafenverwaltung keine großen Auswirkungen. Neun Lufthansa-Flüge von Berlin nach München und Frankfurt seien gestrichen worden, sagte Sprecher Eberhard Elie der AP. "Ansonsten läuft alles planmäßig." Verspätung gebe es so gut wie keine. Da viele Fluggesellschaften eigenes technisches Personal einsetzten, könne man davon ausgehen, "dass auch die nächsten Tage relativ glimpflich ablaufen". In Hamburg wurden nach Angaben der Gewerkschaft ver.di sieben Flüge gestrichen.

Am zweiten Streiktag beteiligten sich erneut rund 4000 Lufthansa-Mitarbeiter an den Aktionen der Gewerkschaft. Ab der Nachtschicht sind auch die Lufthansa-Beschäftigten in Stuttgart zum unbefristeten Streik aufgerufen. Gewerkschaftssprecher Schaub schloss einen längeren Arbeitskampf nicht aus. "Wir müssen uns darauf einstellen, dass es einige Tage dauern wird, bis die Lufthansa an den Verhandlungstisch zurückkehrt."

Erster Ausstand seit 13 Jahren

Die Lufthansa betonte ihre Gesprächsbereitschaft. "Unsere Türen sind offen. Wir sind dialogbereit", sagte Konzernsprecher Klaus Walther. "Das Angebot liegt auf dem Tisch, und Verhandlungen sind aus unserer Sicht jederzeit und sofort möglich." Zu den Auswirkungen des Streiks sagte der Sprecher: "Natürlich trifft uns jede Streikmaßnahme. Das tut weh," sagte Walther.

Ver.di fordert für die rund 50.000 Beschäftigten am Boden und in der Kabine 9,8 Prozent mehr Geld für ein Jahr. Die Lufthansa hat 7,7 Prozent für 21 Monate inklusive einer Einmalzahlung angeboten. Es ist der erste unbefristete Ausstand beim Boden- und Servicepersonal seit 13 Jahren.

Die Redaktion empfiehlt

Audio und Video zum Thema