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Wirtschaft

Lufthansa ruft um Hilfe

Ein wochenlanger Dauerstreit mit ihren hausinternen Gewerkschaften droht der Lufthansa nach eigener Einschätzung, die Luft zu nehmen. Streikende Piloten lassen derweil wieder hunderte Flüge ausfallen.

Parkende Lufthansa-Maschinen - ap

Dauerstreiks halten die Lufthansa-Jets häufig am Boden

Der Hilferuf kommt über die Presse: "Wir appellieren an die Politik, einen gesetzlichen Rahmen zu schaffen, der die Konkurrenz von Gewerkschaften innerhalb eines Unternehmens regelt", lässt das Unternehmen in einem Interview mit der Rheinischen Post verlauten. Gleich mehrere Gewerkschaften innerhalb eines Unternehmens führten dazu, dass die einzelnen Arbeitnehmervertretungen sich in ihren Tarifforderungen gegenseitig aufschaukelten. Dies sei nicht allein ein Problem der Lufthansa, heißt es weiter. Der Deutschen Bahn ginge es ganz ähnlich.

Mehr Geld für Flugbegleiter

Schlange von Passagieren vor dem Schalter - ap

Ärger, aber auch Verständnis für die Streiks: Wartende Passagiere etwa hier in München.

In der vergangenen Woche war die Lufthansa von der Gewerkschaft Verdi bestreikt worden, die mehr Lohn für die Beschäftigten des Boden- und Kabinenpersonals gefordert hatte. In dieser Woche fallen erneut hunderte von Flügen aus, weil die Pilotenvereinigung Cockpit mehr Geld für die Piloten der Tochter Cityline erstreiken will. Im nächsten Jahr drohen Streiks der Gewerkschaft UFO, die mehr Geld für die Flugbegleiter fordert.

Durch den aktuellen 36-stündigen Piloten-Streik werden bis zu seinem Ende am Freitag mittag (08.08. 2008) bis zu 500 Flüge ausgefallen sein. Allein am Donnerstag (07.08.2008) wurden nach Angaben des Konzerns rund 360 von 400 geplanten Verbindungen gestrichen.

"Substanzielle Erhöhung"

Hntergrund für die Auseinandersetzung sind die gescheiterten Tarifverhandlungen über einen neuen Vergütungstarifvertrag für das Cockpit-Personal der Fluggesellschaft. Die Pilotenvereinigung Cockpit fordert, wie sie sagt, eine "substanzielle Erhöhung“, nennt aber bislang keine Prozentzahl. Außerdem soll es eine Gewinnbeteiligung geben.

Die bisherigen Angebote der Lufthansa von 3 Prozent mehr Gehalt ab Juli 2008, weiteren 2,5 Prozent im nächsten Jahr sowie Einmalzahlungen für jeden Co-Piloten und Kapitän sind der Gewerkschaft nicht genug. Man habe der Geschäftsleitung deutliche Signale gegeben, dass nachgebessert werden müsse, heißt es von Cockpit, die nach eigenen Angaben etwa 750 Cityline-Beschäftigte vertritt. Ein großer Teil davon sind Piloten.

Verzicht auf Frühstückspause

Die Verhandlungspartner reichen sich die Hände.

Ein zuletzt seltenes Bild: Einigkeit bei Verdi-Vertreter Ott (links) und Lufthansa-Vorstand Lauer

Ungeachtet des Streiks hält die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi die Urabstimmung über die Tarifeinigung für die rund 34.000 Beschäftigten des Bodenpersonals ab. Das Ergebnis wird in der nächsten Woche erwartet. Seinen jahrelangen Tarifstreit mit dem Airline-Caterer Gate Gourmet legte Verdi ebenfalls bei. Ab August erhalten die Beschäftigten unter anderem 3,55 Prozent mehr Gehalt. Allerdings müssen sie künftig auf ihre bezahlte Frühstückpause verzichten. (win)

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