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Wirtschaft

Lufthansa: Positive Signale vom Jobgipfel

Bei der Airline wird gerade mal nicht gestreikt, sondern geredet. Nach einem Jobgipfel versprechen Vorstand und Gewerkschaften, künftig bessere Zusammenarbeit. Ob das die Probleme löst?

Insgesamt 13 Pilotenstreiks und ein Rekordausstand der Flugbegleiter - die Stimmung zwischen Gewerkschaften und Unternehmen bei der Lufthansa ist im Keller. Nach einem nun einberufenen Jobgipfel soll die Zusammenarbeit verbessert werden.

Tarifliche Diskussionen sollen künftig außerhalb der Öffentlichkeit und "im vertrauensvollen Rahmen" von Tarifgesprächen geführt werden, wie es in einer am Abend verbreiteten gemeinsamen Erklärung von Lufthansa und den Gewerkschaften Ufo, Vereinigung Cockpit und Verdi hieß.

Details zu dem Zusammentreffenwurden nicht bekannt gegeben - auch nicht, ob es Fortschritte bei strittigen Themen gab. Das Treffen habe in einer "konstruktiven Atmosphäre" stattgefunden, hieß es. "Die Parteien haben festgestellt, dass Zusammenarbeit, Vertrauen sowie Kommunikation verbessert werden müssen."

Lufthansa-Personalchefin Bettina Volkens erklärte: "Der heutige Jobgipfel ist im Verlaufe des Tages zu einem Vertrauensgipfel geworden." Allein das sei ein gutes und wichtiges Ergebnis im Interesse aller Beteiligten.

Erst in buchstäblich letzter Sekunde hatte die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) ihre Teilnahme zugesagt. Zuvor habe die Unternehmensleitung zugesichert, dass sie Gesprächsinhalte nicht vor Gericht gegen die VC verwerten werde, teilte die Gewerkschaft mit. Die VC hatte Bedenken geäußert, dass ihre Teilnahme juristisch als erneute illegale Einmischung in unternehmerische Belange des Konzerns gewertet werden könne.

Kein Ersatz für Tarifverhandlungen

"Der Jobgipfel kann und wird Tarifverhandlungen nicht ersetzen. Uns geht es um einen Austausch mit dem Konzernvorstand zum Umgang des Managements mit den Gewerkschaften", sagte VC-Präsident Ilja Schulz. Eine Sprecherin der vor allem fürs Bodenpersonal zuständigen Gewerkschaft Verdi nannte das Treffen "schon lange überfällig". Zielsetzung müsse es sein, möglichst viele Jobs in Deutschland zu halten.

Verdi ist die bislang einzige der drei tariffähigen Gewerkschaften, die mit der Lufthansa in der aktuellen Runde einen Tarifvertrag abgeschlossen hat. Neben Lohnsteigerungen einigten sich beide Seiten auch auf eine Reform der Betriebsrenten für rund 33.000 Mitarbeiter des Bodenpersonals. Bei der Flugbegleitergewerkschaft Ufo hatte der Verdi-Abschluss für Unmut gesorgt, weil dessen Ergebnisse nun den anderen Gewerkschaften als Vergleichsmarke vorgehalten würden.

Die VC hat sich dazu nicht geäußert, sondern auf die angeblich grundsätzlich anderen Tarifprobleme beim fliegenden Personal hingewiesen. Flugbegleiter und Piloten der Lufthansa haben im Unterschied zum Bodenpersonal bislang Anspruch auf eine vom Unternehmen bezahlte Übergangsversorgung bis zum Renteneintritt.

wen/nm/ul (dpa, rtr)