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Deutschland

Lufthansa-Piloten fliegen wieder

Der größte Piloten-Streik in der Geschichte der deutschen Luftfahrt ist vorerst abgewendet: Lufthansa-Führung und Gewerkschaft kehren an den Verhandlungstisch zurück. Doch der Flugplan ist noch kräftig durcheinander.

Passagierin am Flughafen Düsseldorf (Foto: AP)

Hier geht's (wieder) zum Lufthansa-"Check-in"

Der Pilotenstreik bei der Lufthansa ist vorläufig ausgesetzt - nach nur einem Streiktag. Vor dem Arbeitsgericht Frankfurt am Main verpflichtete sich die Piloten-Vereinigung Cockpit (VC) am Montagabend, bis zum 8. März die Piloten der Lufthansa und ihrer Töchter Germanwings und Lufthansa Cargo nicht mehr zu Arbeitsniederlegungen aufzurufen. Eigentlich sollte der Streik bis einschließlich Donnerstag dauern.

"Gute Grundlage"

Winfried Streicher (Foto: dpa)

Gerichtstermin in Frankfurt: Der VC-Vorsitzende Streicher

Der vorläufige Streikverzicht sei "unser Versuch, wieder ins Gespräch zu kommen", erklärte die Vereinigung Cockpit. Auch die Lufthansa-Führung sprach von einer "guten Grundlage" für konstruktive Verhandlungen. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer meinte: "Jetzt sind die Tarifpartner gefordert, miteinander nach Ergebnissen zu suchen. Eine Einigung wäre im Interesse der Flugreisenden und der deutschen Volkswirtschaft."

Noch nicht normal

Bis der Flugbetrieb wieder regulär läuft, dürfte es allerdings noch einige Tage dauern. "Das muss sich erstmal wieder einschwingen", sagte ein Lufthansa-Sprecher. An diesem Dienstag (23.02.2010) gelte noch der für den Streik aufgestellte Sonderflugplan. Ab Mittwoch sollten die Flugkapazitäten dann nach und nach hochgefahren werden.

Wegen des Pilotenstreiks waren am Montag allein bei der Lufthansa, Europas größter Fluggesellschaft, rund 900 Flüge ausgefallen. Das erwartete Chaos an den Flughäfen blieb allerdings aus. Die Passagiere waren im Großen und Ganzen gut vorbereitet. Viele hatten Flüge rechtzeitig umgebucht oder waren auf die Bahn umgestiegen. Vereinzelt gab es dennoch lange Warteschlagen, weil mehr Flüge gestrichen wurden als geplant. Zudem strandeten viele ausländische Passagiere, die nicht vorab über die Medien von dem Streik erfahren hatten.

Anzeigetafel auf dem Flughafen München (Foto: AP)

Annulliert, annulliert, annulliert: Anzeigetafel auf dem Münchner Flughafen "Franz-Josef Strauß"

Die Lufthansa-Führung hatte am Montagmorgen beim Frankfurter Arbeitsgericht einen Antrag auf einstweilige Verfügung gegen den Streik eingereicht. Den Antrag hatte die Fluggesellschaft damit begründet, dass der Streik unverhältnismäßig und rechtswidrig sei. Die Forderungen der Vereinigung Cockpit verstießen gegen die unternehmerische Freiheit und gegen den Grundsatz der Niederlassungsfreiheit in der Europäischen Union, hieß es. Cockpit wirft dem Konzern unter anderem vor, zunehmend Flüge von ausländischen Tochtergesellschaften abfertigen zu lassen, bei denen die Piloten weniger Geld verdienen. Streitpunkt waren zuletzt insbesondere die Tarifbedingungen bei der "Lufthansa Italia".

Neues Ungemach

Stewardess im Flugzeug (Foto: BilderBox)

Flugbegleiterin: Schlechte Arbeitsbedingungen?

Auch wenn der Piloten-Streik ausgesetzt ist - die Lufthansa ist noch nicht alle Sorgen los. So drohte inzwischen auch die Flugbegleiter-Gewerkschaft UFO mit Warnstreiks innerhalb der kommenden Wochen. Sie verlangt für die Stewardessen und Stewards der Lufthansa vor allem bessere Arbeitsbedingungen - unter anderem eine Begrenzung der Dienstzeiten auf 40 Stunden pro Woche.

Der Lufthansa-Konkurrentin British Airways steht ebenfalls ein Streik ins Haus. Die Flugbegleiter hätten mit großer Mehrheit für einen Arbeitskampf gestimmt, teilte die Gewerkschaft Unite mit. Ein Termin für den Streik stehe jedoch noch nicht fest. Ebenso dürfte es in Frankreich zu Behinderungen im Flugverkehr kommen - und das bereits in den nächsten Tagen. Die Gewerkschaften riefen die französischen Fluglotsen zu mehrtägigen Streiks auf. Die Proteste sollen bis einschließlich Samstag andauern.

Autor: Christian Walz (afp, dpa, rtr, apn)
Redaktion: Gerd Winkelmann

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