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Streik der Lufthansa-Piloten

Lufthansa-Personalchefin zu Piloten: "Wir müssen reden"

An diesem Sonntag und am Montag gibt es eine kurze Pause, doch weitere Streiks sind nach Aussage der Pilotengewerkschaft Cockpit möglich. Die Personalchefin des Konzerns ruft die Piloten zu Kompromissbereitschaft auf.

Angesichts der Pilotenstreiks hat Lufthansa-Personalchefin Bettina Volkens die Pilotenvereinigung Cockpit (VC) aufgefordert, neue Gespräche mit dem Unternehmen aufzunehmen. "Wir müssen reden!", sagte Volkens der "Bild am Sonntag". "Ich wünsche mir sehr, dass die Vereinigung Cockpit von ihrer unnachgiebigen Haltung endlich abrückt."

Suche nach Kompromissformel

In neuen Gesprächen müsse eine Kompromissformel gefunden werden, mit der beide Tarifpartner leben können. Dies könne "nicht durch Streik erzwungen werden", sagte Volkens der "BamS".

Die VC hatte ein erst am Freitag vorgelegtes neues Lufthansa-Angebot umgehend abgelehnt. Volkens kritisierte das Vorgehen der Gewerkschaft scharf: "Die Streikwelle der Vereinigung Cockpit hat bereits hunderttausende Fluggäste getroffen. Das ist völlig unangemessen, denn eine Gehaltsforderung von plus 20 Prozent gibt es für keine andere Mitarbeitergruppe der Lufthansa und in keiner anderen Branche."

Im bis Anfang 2014 zurückreichenden Tarifkonflikt hatte Lufthansa den Piloten zuletzt ein Lohnplus von 2,5 Prozent bis Ende 2018 angeboten. Die VC lehnt das ab. Sie verlangt Tariferhöhungen von insgesamt 22 Prozent für die Zeit bis einschließlich April 2017. Die VC-Forderungen zu akzeptieren, würde die Lufthansa nach "BamS"-Berechnungen mindestens eine halbe Milliarde Euro kosten.

Sonntag und Montag keine Streiks

Die Piloten bestreiken die Lufthansa seit Mittwoch. Für Samstag hatte das Unternehmen wegen des Ausstands 137 Flüge gestrichen, darunter 88 Interkontinental-Verbindungen. Betroffen waren nach Unternehmensangaben allein an diesem Tag 30.000 Passagiere.

An diesem Sonntag will die VC auf Streiks verzichten. Auch am Montag kann die Lufthansa wieder nach Plan fliegen. Wie VC-Vorstandsmitglied Alexander Gerhard-Madjidi sagte, rief Cockpit die Piloten für Montag nicht zu Streiks auf. Die Gewerkschaft hatte zuvor bereits zugesichert, Streiks jeweils mindestens 24 Stunden vorher anzukündigen, was in der Nacht zum Sonntag nicht erfolgt war. Nach Angaben der Lufthansa könnte es jedoch "aufgrund der vorangegangenen Streiktage noch zu vereinzelten Flugstreichungen kommen". Wann die Gewerkschaft erneut zum Streik aufruft, ist offen. Die Gewerkschaft hatte am Freitag betont, dass es bislang kein Enddatum für den Streik gebe.

cr/ml (dpa, afp)