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Pilotenstreik geht weiter

Lufthansa macht neues Angebot

Die Lufthansa-Piloten streiken weiter. Der anhaltende Arbeitskampf belastet die größte deutsche Fluglinie zunehmend. Jetzt versucht es die Airline mit einem neuen Angebot an die Streikenden.

Am zweiten Streiktag dieser Woche reagierte die Lufthansa mit einem Zugeständnis. Das Unternehmen verknüpft jetzt sein Lohn-Angebot nicht mehr mit Bedingungen, die die Altersversorgung der Piloten betreffen würden. Diese Bedingungen hatten die Piloten heftig kritisiert. Lufthansa bietet jetzt eine Lohnerhöhung von 4,4 Prozent in zwei Stufen und eine Einmalzahlung an. "Wir wollen dringend weiteren Schaden vom Unternehmen abwenden und unseren Passagieren endlich wieder den Service bieten, den sie von uns erwarten können", hieß es von Seiten der Lufthansa.

Die Piloten haben zunächst verhalten auf das neue Angebot der Fluggesellschaft in dem Dauer-Tarifkonflikt reagiert. Auf den ersten Blick seien noch Fragen offen, sagte ein Sprecher der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) am Mittwoch. Zunächst müsse der Vorschlag genauer geprüft werden. "Wir wissen noch nicht einmal, ob wir es als Angebot werten können."

Seit Mitternacht am Dienstag sind die gewerkschaftlich organisierten Lufthansa-Piloten wieder im Ausstand. Am Mittwoch blieben zusätzlich zu den Deutschland- und Europaflügen auch die Langstreckenjets am Boden. Insgesamt fallen an beiden Tagen zusammen 1700 Flüge aus. Die Lufthansa versucht, mit einem Sonderflugplan die Folgen des Ausstands in den Griff zu bekommen. Die Zeitung "Bild" berichtet am Mittwoch unter Berufung auf Unternehmenskreise Buchungsrückgänge wegen des Streiks seien mittlerweile "deutlich spürbar". Die Kosten des Ausstands für die Lufthansa lägen inzwischen bei 15 Millionen Euro pro Tag.   

Die Fluggesellschaft hat derweil den Versuch aufgegeben, den Arbeitskampf mit juristischen Mitteln zu lösen. Einen Antrag des Konzerns auf Untersagung des Arbeitskampfs der Pilotenvereinigung Cockpit (VC) hatte das Amtsgericht München am Montag abgewiesen. Eine Beschwerde vor der Berufungsinstanz zogen die Vertreter von Lufthansa später nach gut einstündiger Verhandlung zurück.

Kritik von Kollegen

Der Streik der Piloten hatte die Lufthansa bereits von Mittwoch bis Samstag vergangener Woche weitgehend lahmgelegt. Die Tarifauseinandersetzung zieht sich seit April 2014 hin. Die Arbeitnehmervertretung forderte für 5.400 LH-Piloten 3,7 Prozent mehr Geld im Jahr - einschließlich Nachzahlungen für vier Jahre. Bislang stritten sich beide Seiten auch  um die Alters- und Vorruhestandsversorgung der Flugzeugführer und den Ausbau des konzerneigenen Billigfliegers Eurowings.

Der anhaltende Streik der Piloten wird von anderen Beschäftigten bei der Fluggesellschaft offenbar zunehmend kritisch gesehen. "Was immer die Piloten herausholen, muss am Ende an anderen Stellen im Unternehmen gegenfinanziert werden", sagte ein Mitglied im Betriebsrat des Bodenpersonals der Deutschen Presse-Agentur dpa. Vor der Lufthansa-Zentrale demonstrierten am Mittwoch rund 400 Beschäftigte gegen die Streik-Aktionen der Vereinigung Cockpit. Zur gleichen Zeit demonstrierten etwa 400 streikende Piloten in Frankfurt am Flughafen.

se/ar/kle (rtr, dpa)

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