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Wirtschaft

Lufthansa-Flugbegleiter streiken ab Freitag

Mit einer neuen Streiktaktik wollen die Flugbegleiter die Lufthansa treffen. Fluggäste müssen sich für eine ganze Woche auf Flugausfälle einrichten – eine letzte Verhandlung war am Nachmittag gescheitert.

Der genaue Umfang der Streiks ist unklar. Bislang teilte die Gewerkschaft Ufo nur mit, dass aus Rücksicht auf die Planungen der Passagiere bis Freitag 12 Uhr MEZ nicht gestreikt werde. Weitere Einzelheiten werde man am Freitag bekanntgeben.

Ufo-Chef Nicoley Baublies machte klar, dass man die Streiks von Tag zu Tag flexibel handhaben wolle, um der Lufthansa möglichst wenig Chancen auf Reaktionen zu geben. "Die Kunden müssen sich alle drauf einstellen, dass ihr Flug ausfallen könnte." Es komme auch darauf an, ob das Unternehmen rechtliche Schritte einleite oder weitere Provokationen äußere.

Bei der Last-Minute-Verhandlung habe Lufthansa damit gedroht, bei Annahme der Ufo-Forderung in Zukunft kein Kabinenpersonal mehr einzustellen und weitere Flugzeuge von der Lufthansa in andere, billigere Airlines zu verlagern. Lufthansa hatte hingegen erklärt, man sei bereit, auf alle Forderungen zu den strittigen Betriebs- und Übergangsrenten einzugehen. Neueinsteigern sollte allerdings eine geringere Altersversorgung auf dem Niveau anderer DAX-Konzerne angeboten werden.

Massive Ausfälle erwartet

Die Lufthansa-Töchter Germanwings, Eurowings, Swiss und Austrian Airlines wären von dem Ausstand nicht betroffen, heißt es. Lufthansa bereitet sich nach eigenen Angaben auf massive Flugausfälle vor, konnte aber bislang keine alternativen Flugpläne ausarbeiten.

Lufthansa betonte erneut den Vorteil für Beschäftigte, die länger arbeiten statt in den ab 55 Jahren möglichen Vorruhestand zu gehen. Anders als bislang könnten künftig nicht genutzte Übergangsrenten voll in die Betriebsrente einfließen. Bei ihren Beispielrechnungen geht die Lufthansa von einer Kapitalrendite von 5,5 Prozent aus, was sich anhand des eigenen Rentenfonds historisch eindeutig untermauern lasse. Unter dieser Voraussetzung könnten Flugbegleiter, die bis zum offiziellen Renteneintritt arbeiten, anschließend mit einer Rente von 98 Prozent ihres letzten Grundgehalts rechnen.

Ufo hält die Renditeannahme für zu hoch und stattdessen 4,9 Prozent Verzinsung für realistisch. Die Gewerkschaft stört sich außerdem daran, dass die Regeln zur Übergangsversorgung für Neueingestellte nur für die kommenden zehn Jahre gelten sollen. Ufo verlangt eine Gleichbehandlung und höhere Arbeitgeberzahlungen.

Im laufenden Tarifkonflikt haben die Flugbegleiter bislang nicht gestreikt, sehr wohl aber die Piloten, die bislang auf 13 Streikrunden kommen. Ebenfalls am Donnerstag steht die nächste Verhandlungsrunde mit der Vereinigten Dienstleistungsgewerkschaft Verdi über die Gehälter und Renten von rund 33.000 Bodenbeschäftigten an.

ul/wen/zdh (rtr, dpa)