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Luftfahrt

Lufthansa: Eine halbe Milliarde für Alitalia?

Was wird aus der italienischen Krisenfluglinie? Am Abend soll es in Rom Antworten geben. Die Zeitung "Corriere della Sera" vermeldet schon jetzt, wie die Rettung – dank der Lufthansa - aussehen soll. Ob’s stimmt?

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Lufthansa bietet für Alitalia

In Italien gibt es einen Witz über Alitalia. Im Mittelpunkt steht der Papst, der stets für seine Reisen von Rom aus mit Alitalia fliegt. Frage: Warum kniet der Papst immer nieder, wenn er bei einem Staatsbesuch aus dem Flugzeug steigt? Antwort: Sind Sie schon mal Alitalia geflogen?

Der Witz ist schon ziemlich alt. Die Krise der einstmals stolzen Fluglinie zieht sich ebenfalls seit Jahren hin. Anfang Mai hatte der Staat der Airline für ein halbes Jahr einen Überbrückungskredit von etwa 600 Millionen Euro zugestanden, nachdem die ehemalige Staatslinie Insolvenz angemeldet hatte. Seitdem fliegt Alitalia unter staatlicher Aufsicht. Die Regierung will die Airline verkaufen, am heutigen Montag (18:00 Uhr MESZ) endet die Bieterfrist.

Wer hat noch Interesse?

Die Liste der Interessenten scheint überschaubar. Der Billigflieger Ryanair hatte Ende September sein Interesse an Alitalia zurückgezogen; er hat selbst Probleme genug. Allein die deutsche Lufthansa gilt als sicherer Interessent. "Wenn es eine Chance gibt, eine neue Alitalia zu kreieren, dann wird die Lufthansa-Gruppe als Nummer eins in Europa an den Gesprächen interessiert sein", sagte Spohr letzte Woche in Berlin. Dem "Handelsblatt" hatte er gesagt, die Gespräche darüber liefen bereits.

Kurz vor Ablauf der Bieterfrist meldete der Mailänder "Corriere della Sera", Lufthansa wolle eine halbe Milliarde Euro in die Hand nehmen, um die hochverschuldete Alitalia zu übernehmen. Die Zeitung beruft sich auf mehrere Personen, die angeblich Bescheid wissen. Die Offerte hat es demnach allerdings in sich: Das Lufthansa-Management will nämlich nur den Flugbetrieb, nicht aber die Bodendienste. Dabei wollen die Deutschen angeblich auch auf die Kurz- und Mittelstreckenflüge verzichten. 

Halbierung der Belegschaft?

Brasilien Papstbesuch Weltjugendtag 2013 Rom Flughafen (picture-alliance/AP)

Der Papst besteigt eine Maschine der Alitalia (im Juli 2013)

Im Ergebnis wäre das mit einer Halbierung der Belegschaft bei Alitalia auf noch 6000 Beschäftigte verbunden. Die italienische Regierung will allerdings, dass die Fluglinie nicht zerschlagen wird und sie als Gesamtpaket verkaufen. Ein Alitalia-Sprecher sagte auf Nachfrage zu dem Bericht: "Weder bestätigen noch dementieren wir den Bericht." Vor Ablauf der Bieterfrist am Abend werde es keinen Kommentar geben.

ar/hb (dpa, rtr)

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