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Wirtschaft

Lufthansa bleibt weiter am Boden

Der Flugbegleiter-Streik bei der Lufthansa kann am Flughafen Düsseldorf weitergehen. Die Fluggesellschaft hatte einen Antrag zurückgezogen, mit dem sie den Streik hatte verbieten lassen wollen.

"Wir ziehen den Antrag auf Erlass der einstweiligen Verfügung zurück", sagte Lufthansa-Anwalt Thomas Ubber am Donnerstag vor dem Landesarbeitsgericht Düsseldorf. Zuvor hatten die Richter in einer Verhandlung mehrfach angedeutet, dass sie gegen die Lufthansa urteilen wollen. "Wir würden zu ihrem Vorteil entscheiden", sagte Richter Peter Nübold vor der Ankündigung des Lufthansa-Anwalts zu den Vertretern der Flugbegleiter-Gewerkschaft UFO.

Das Arbeitsgericht in Darmstadt hatte den Ausstand der Gewerkschaft in Frankfurt am Main und München bereits Dienstagnacht für rechtens erklärt. In einer ersten Entscheidung am Dienstag hatte das Arbeitsgericht Düsseldorf den Streik in Düsseldorf für einen Tag - den Dienstag - dagegen für "nicht rechtens" erklärt.

Rekord-Ausstand

Die Gewerkschaft plant nun, dass bis Freitagnacht die Stewards und Stewardessen auf den Kurz- und Langstreckenflügen der Kranich-Fluglinie die Arbeit niederlegen. Betroffen sind neben dem Düsseldorfer Airport die Lufthansa-Großflughäfen Frankfurt und München. In dem seit zwei Jahren schwelenden Tarifkonflikt geht es neben vielen anderen Punkten vor allem um die Altersversorgung für die 19.000 Kabinenangestellten bei der Lufthansa.

Sollte der Ausstand wie geplant bis Freitag um Mitternacht fortgesetzt werden, wäre er der längste in der Unternehmensgeschichte. Die Schäden bezifferte Lufthansa-Personalvorstand Bettina Volkens der "Bild"-Zeitung gegenüber auf einen deutlichen zweistelligen Millionenbetrag.

Am Freitag wird die Lufthansa 941 Flüge streichen, das würde rund 111.000 Passagiere betreffen, sagte ein Konzern-Sprecher. Am Donnerstag hatte die Airline gut 930 Flüge an den Standorten Frankfurt, München und Düsseldorf abgesagt.

Insgesamt musste der Konzern wegen des Streiks der Flugbegleiter seit Freitag vergangener Woche rund 4700 Flüge streichen. Etwa 550.000 Passagiere seien davon betroffen gewesen, so die Lufthansa.

Streikende vor dem Wochenende geplant

Bis zur Stunde bleibt die Lufthansa im Tarifkonflikt hart und beharrt darauf, dass UFO am Zug sei: "Wir haben der UFO ein gutes Angebot gemacht, was es für unsere Flugbegleiter ermöglicht, die Altersvorsorge zu erhöhen", sagte Lufthansa-Personalvorstand Bettina Volkens im ZDF-"Morgenmagazin". Lufthansa habe sich auf die Gewerkschaft zubewegt, verbesserte Angebote gemacht und auch die Schlichtung angeboten. Dies habe UFO bisher aber abgelehnt.

UFO werde dem Vorstand der Lufthansa am Freitag einen neuen Vorschlag unterbreiten, sagte UFO-Chef Nicoley Baublies daraufhin am Rande der Verhandlung vor dem Landesarbeitsgericht in Düsseldorf. Zu Details wolle er sich nicht äußern, diese befänden sich noch in der Abstimmung. Vor Gericht hatte der UFO-Chef zuvor gesagt, der Streik werde Freitagnacht "wahrscheinlich zu Ende gehen". Einen Bericht der "Bild"-Zeitung, wonach neue Streiks drohten, wies Baublies zurück.

Volkens bekräftigte, dass die Lufthansa lösungsbereit sei. "Am Ende wird es Kompromisse geben", sagte sie. "Wir sind optimistisch, dass es klappt." Es gehe letztlich aber darum, dass die Lufthansa ihre Kosten senke und damit auch in der Zukunft wettbewerbsfähig bleibe.

Rückkehr zur Normalität

Wenn der Streik am Samstag beendet ist, soll wieder weitgehend normaler Betrieb herrschen. Das Unternehmen wolle seinen Kunden schnellstmöglich den gewohnten Service bieten, erklärte das Unternehmen in Frankfurt am Main.

Bei den Kurz- und Mittelstrecken könne es am Samstag noch vereinzelt zu Flugstreichungen kommen, wenn Flugzeuge oder Crews noch nicht an den Einsatzorten seien, erklärte die Lufthansa. Außerdem sollten wieder alle planmäßigen Langstreckenverbindungen starten.

Eigentlich für Freitagabend geplante Langstreckenflüge von Frankfurt am Main nach Hongkong, Singapur, Rio de Janeiro und São Paulo würden wegen des Streiks auf Samstagmorgen verschoben.

dk/uh(dpa/afp/rtr)