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Die Abwicklung von Air Berlin

Lufthansa bietet 200 Millionen Euro für Air Berlin

Nun kommen Zahlen auf den Tisch - und auch die Informationen über die Verteilung der Unternehmensbereiche werden konkreter. Insgesamt soll der Verkauf der insolventen Air Berlin bis zu 350 Millionen Euro einbringen.

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Air Berlin wird zerschlagen

Lufthansa bietet einem Zeitungsbericht zufolge 200 Millionen Euro für den insolventen Rivalen Air Berlin. Darüber hinaus könne der deutsche Marktführer bis zu 100 Millionen Euro Betriebskosten in der Übergangszeit übernehmen, berichtet "Bild am Sonntag". Zwischen der Unterzeichnung eines Kaufvertrags und dem Vollzug könnten noch etwa drei Monate vergehen, da die Zustimmung der deutschen und europäischen Wettbewerbsbehörden abgewartet werden müsse.

Rückzahlung von Kredit der Bundesregierung

Insgesamt soll der Verkauf der Air Berlin einem Bericht der Zeitung "B.Z." zufolge 250 bis 350 Millionen Euro einbringen. Davon gehe der Gläubigerausschuss aus, heißt es in der "B.Z." unter Berufung auf Unternehmenskreise. Mit dem Geld solle der 150-Millionen-Euro-Kredit der Bundesregierung zurückgezahlt werden, mit dem Air Berlin den Flugbetrieb derzeit aufrechterhält.

Knapp 40 Jahre nach ihrer Gründung steht die Air Berlin vor der Zerschlagung. Der Gläubigerausschuss von Air Berlin hatte am Donnerstag beschlossen, bis zum 12. Oktober zunächst mit Lufthansa und dem britischen Billigflieger Easyjet weiter zu verhandeln. Den Löwenanteil des Unternehmens soll Insidern zufolge der deutsche Marktführer übernehmen. Dem "B-Z."-Bericht zufolge soll die Lufthansa auch die Frachttochter von Air Berlin, LG Walter, bekommen. Die 38 Maschinen, die Lufthansa für seine Tochter Eurowings bereits von Air Berlin geleast hat, sowie bis zu 40 weitere Flugzeuge, die Lufthansa kaufen will, sollen demnach in die LG Walter überführt werden.

Eine Air-Berlin-Boeing und und ein Easyjet-Airbus A319 auf dem Vorfeld des Flughafens in Düsseldorf (Foto: Imago/Jochen Tack)

Auch die britische Easyjet gehört zu den möglichen Erben der insolventen Air Berlin

Der britische Billig-Flieger Easyjet soll laut dem "B.Z."-Bericht die Air-Berlin-Tochter Aeronautics erhalten. Die Tochter Air Berlin Technik mit rund 850 Beschäftigten werde wahrscheinlich an den Berliner Logistikdienstleister Zeitfracht gehen. Der solle sich dann für Lufthansa und Easyjet um deren Flugzeuge in Berlin und möglicherweise in Düsseldorf kümmern. Die Bieterfrist für Air Berlin Technik war bis zum 6. Oktober verlängert worden.

Aufsichtsratssitzung und zwei Betriebsversammlungen

Am Montag tagt der Aufsichtsrat von Air Berlin. Im Anschluss will die Airline über den Stand des Verkaufs informieren. Insgesamt umfasst die Flotte von Air Berlin 144 Flugzeuge, darunter 17 Langstreckenflieger. Die Airline beschäftigt mehr als 8500 Menschen. Die Beschäftigten sollen laut "B.Z." am Montag in Berlin und am Dienstag in Düsseldorf auf Betriebsversammlungen informiert werden.

Düster sieht es für die Langstrecken aus. Lufthansa will sie nicht kaufen, wie Unternehmenschef Carsten Spohr bereits mitgeteilt hatte. Bereits in den kommenden Tagen werden laut "Bild am Sonntag" zwei Leasingunternehmen ihre Airbus-Maschinen zurückbekommen. Das Unternehmen AerCap hat demnach bereits zehn Airbus A330 zurückgefordert.

sti/kis (afp, dpa, rtr)

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