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Wirtschaft

Luftfahrtbranche fliegt aus der Krise

Die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung ist ein voller Erfolg, heißt es bei den Veranstaltern zur Halbzeit. Aufträge im Wert von vier Milliarden Euro sind unter Dach und Fach.

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Airbus A 320:
ein Verkaufsschlager

Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS konnte bereits zu Beginn der Internationalen Luft- und Raumfahrtaustellung ILA in Berlin-Schönefeld einen Milliardenauftrag verbuchen: Das Unternehmen soll 30 Ariane-5 Raketen an die Betreibergesellschaft Arianespace liefern. Der Auftrag für das deutsch-französisch-spanische Unternehmen, dessen größer Anteilseigner Daimler-Chrysler ist, hat einen Umfang von drei Milliarden Euro.

Gutes Rüstungsgeschäft

Auch sonst ist die Stimmung auf der drittgrößten Luft- und Raumfahrtschau der Welt nicht schlecht. "Die ILA 2004 steht ganz unter dem Eindruck der Erweiterung von NATO und EU", ließ der Chef des Bundesverbandes der deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie, Rainer Hertrich, wissen. Knapp 1000 Aussteller aus 43 Ländern zählt die Messe: Neben den Westeuropäern und den USA präsentieren vor allem Russland und die Ukraine ihre Fluggeräte. Darunter finden sich auch das mit mehr als 75 Metern längste Passagierflugzeug der Welt, der Airbus A340-600, und die ukrainische Antonow 124-100, das bislang größte in Serie gebaute Flugzeug der Welt, das 150 Tonnen Last befördern kann.

Drei Krisenjahre hat die Branche hinter sich, ausgelöst durch die schwache Weltkonjunktur, den 11. September 2001 und die SARS-Krankheit. Als wichtigste Indikatoren für eine Erholung gelten die wieder steigenden Passagierzahlen, die die Fluggesellschaften melden. Die deutschen Unternehmen hatten bereits im vergangenen Jahr, gegen den allgemeinen Trend der Branche in Europa und der deutschen Wirtschaft insgesamt im Umsatz zugelegt - und zwar um 2,3 Prozent. Dies sei vor allem Rüstungsaufträgen zu verdanken, heißt es.

Widersacher: Boeing und Airbus

Airbus, eine Tochter des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS mit Standorten in Frankreich, Deutschland, Großbritannien und Spanien, liefert derzeit jährlich 300 Flugzeuge aus, Boeing im vergangenen Jahr nur noch 281. Die für das Airbus-Projekt zuständigen Minister Deutschlands Frankreichs, Großbritanniens und Spaniens äußerten sich nach einem Treffen auf der ILA hochzufrieden mit dem Flugzeugbauer. Mit der Bestellung von 15 Maschinen aus der A320-Familie im Wert von 900 Millionen US-Dollar durch die amerikanische Fluglinie Spirit Airlines sei Airbus erneut ein Coup im Low-Cost-Carrier-Segment gelungen.

Auch für die Zukunft hat Airbus im Vergleich mit Boeing die volleren Auftragsbücher, nämlich allein 129 Festbestellungen und 50 Kaufoptionen für den A380 mit 555 Sitzen, das künftig größte Passagierflugzeug der Welt. Der A 380 ist allerdings auf der ILA im Original noch nicht zu sehen. Ebensowenig wie die neue 7E7 des US-Konkurrenten Boeing: Der größte Flugzeughersteller der Welt aus Amerika ist auf der ILA erneut nicht vertreten, obwohl er inzwischen in Berlin eine Repräsentanz hat.

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