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Aktuell Nahost

Luftangriff auf Palästinenser-Lager

Präsident Assads Truppen kennen kein Halten mehr: Erstmals wurde nun ein palästinensisches Flüchtingscamp attackiert. Bei dem Angriff im Süden von Syriens Hauptstadt Damaskus starben mindestens acht Menschen.

Diese Zahl nannte die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Zahlreiche Menschen erlitten demnach Verletzungen. Bewohner des Lagers Jarmuk berichteten, eine Granate sei in einer Moschee eingeschlagen. Fast 600 Vertriebene aus benachbarten Stadtteilen seien in dem Gebäude untergebracht gewesen. Es habe viele Opfer gegeben. Wegen des Konflikts in Syrien haben in dem Palästinenserlager auch viele Binnenflüchtlinge Zuflucht gesucht. Ein palästinensischer Flüchtling sagte, die Bewohner hätten sich im Zentrum des Camps versammelt, weil die Ränder unter Beschuss und Schauplatz von Kämpfen seien.

Zahlreiche Viertel von Damaskus unter Beschuss

Der Angriff auf das Flüchtlingslager war einer von vielen Luftangriffen am Sonntag auf Orte und Vororte im Süden von Damaskus. Laut Beobachtungsstelle wurden in den Vierteln Assali und Hadschar al-Aswad Häuser zerstört. Auch die Vororte Harasta, Erbin, Naschabije und Otaja seien unter Beschuss gewesen. Vielerorts habe es Kämpfe zwischen Soldaten und Aufständischen gegeben.

Südwestlich von Damaskus beschossen Panzereinheiten nach Rebellenangaben den seit Wochen von Aufständischen gehaltenen Vorort Daraja. Kampfjets überflogen mehrmals den Ort. Die Regierungstruppen hatten vor kurzem eine Offensive begonnen, um die Region im Umkreis von acht Kilometern um die Hauptstadt wieder vollständig unter ihre Kontrolle zu bekommen.

Palästinenser für und gegen Assad

Laut dem Leiter der Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman, konzentrieren sich die Streitkräfte von Präsident Baschar al-Assad derzeit darauf, die Rebellenbastionen im Süden von Damaskus zu bekämpfen. Die Armee könne die Rebellen nicht ohne die Luftwaffe besiegen, sagte er. Die Palästinenser seien dabei gespalten zwischen Anhängern und Gegnern der Rebellion, fügte Rahman mit Blick auf das angegriffene Flüchtlingslager hinzu. Einige hätten zu den Waffen gegriffen. "Sie kämpfen auf beiden Seiten." Die Beobachtungsstelle beruft sich bei ihren Angaben auf ein großes Netzwerk aus Aktivisten, Ärzten und Soldaten in ganz Syrien. Ihre Angaben sind von unabhängiger Seite nicht nachprüfbar.

Islamistische Aufständische brachten eigenen Angaben zufolge nahe der nordsyrischen Stadt Aleppo einen Infanteriestützpunkt unter ihre Kontrolle. Ihre Kämpfer hätten die Militärakademie in Muslimijeh am Samstag "vollständig befreit", teilte die Al-Tawhid-Brigade auf ihrer Website mit. Allerdings sei ihr Kommandeur bei den Kämpfen getötet worden. Die Al-Tawhid-Brigade ist eine der größten Rebellengruppen, die in Aleppo, der größten Stadt Syriens, aktiv sind.

Wie Aktivisten berichteten, wurden am Wochenende landesweit mindestens 270 Menschen getötet. Meldungen aus Syrien sind wegen der Medienblockade des Regimes von unabhängiger Seite nur schwer zu überprüfen.

sti/haz (afp, rtr)