1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Aktuell Nahost

Luftangriff auf eine Bäckerei

Jagdbomber der syrischen Luftwaffe sollen in der Provinz Hama das Feuer auf Zivilisten eröffnet haben. Die Opposition spricht von einem Massaker.

Schwere Gefechte haben am Sonntag den Besuch des internationalen Sondergesandten Lakhdar Brahimi in der syrischen Hauptstadt Damaskus überschattet. Bei einem Luftangriff auf eine Bäckerei in der Ortschaft Halfaja nahe der Stadt Hama kamen nach Angaben von Menschenrechtsaktivisten mehr als 60 Menschen ums Leben. Auch aus anderen Landesteilen wurden Luftangriffe und Kämpfe gemeldet.

Wem der Angriff in Halfaja galt, war zunächst unklar. Aktivisten warfen der Regierung vor, mit Angriffen auf Zivilisten Vergeltung für die jüngsten militärischen Erfolge der Aufständischen zu üben. Zuletzt hatten sich Rebellen und Regierungstruppen in der Region um Halfaja schwere Gefechte geliefert. Nach Angaben von Aktivisten eroberten die Aufständischen dabei mehrere Kontrollposten an der Hauptverkehrsstraße von Norden nach Süden.

Vermittlung bislang erfolglos

Lakhdar Brahimi will an diesem Montag mit Präsident Baschar al Assad zuammentreffen. Wegen Kämpfen nahe dem Damaszener Flughafen fuhr Brahimi von der libanesischen Hauptstadt Beirut aus auf dem Landweg nach Syrien.

Dem Vermittler ist es in seiner Rolle als Syrien-Gesandter von Vereinten Nationen und Arabischer Liga bislang nicht gelungen, eine diplomatische Lösung des Syrien-Konflikts herbeizuführen.

Islamisten drohen Christen

Video ansehen 00:23

Syrien: Brahimi setzt Gespräche fort

In dem vom Bürgerkrieg erschütterten Land melden sich unterdessen radikale Islamisten immer lauter zu Wort. Sie kündigten unter anderem an, nach einem Sturz Assads einen Gottesstaat errichten zu wollen. Ziel sei eine islamische Gesellschaft, die nach den Regeln der Scharia regiert werde, nach islamischem Recht. Die im November von zahlreichen Oppositionsgruppen gegründete "Nationale Koalition" erkennen sie - anders als die internationale Staatengemeinschaft - nicht als legitime Vertreterin des syrischen Volkes an.

Im Norden Syriens hat sich nach unbestätigten Berichten bereits die islamistische Al-Nusra-Front breit gemacht. Sie wurde von der US-Regierung jüngst zur Terrororganisation erklärt. Auch aus der Unruheprovinz Hama meldete sich eine islamistische Rebellengruppe zu Wort und drohte zwei christlichen Ortschaften. Sollten die Bewohner Assad-Kämpfer nicht ausliefern, würden sie angegriffen, hieß es in einer Videobotschaft. Darin waren bewaffnete Männer zu sehen, die schwarze Stirnbänder mit dem islamischen Glaubensbekenntnis trugen.

Dem seit März 2011 andauernden Konflikt in Syrien sind mehr als 42.000 Menschen zum Opfer gefallen. Über zwei Millionen Menschen sind auf der Flucht.

Bundeswehrsoldaten ab Januar in der Türkei

Die NATO hat unterdessen die Stationierungsorte für die Patriot-Luftabwehrsysteme festgelegt, welche die Türkei wegen des Syrien-Konflikts angefordert hatte. An der Mission sind auch zwei deutsche Systeme mit bis zu 400 Bundeswehrsoldaten beteiligt. Sie sollen laut NATO im Laufe des Januars in der Großstadt Kahramanmaras etwa 120 Kilometer von der syrischen Grenze entfernt Stellung beziehen.

Die Stationierung war Anfang Dezember beschlossen worden, nachdem im Zuge des innersyrischen Konflikts wiederholt syrische Granaten in der Türkei eingeschlagen waren. Neben Deutschland stellen auch die USA und die Niederlande Abwehreinheiten bereit.

gb/gmf (dpa, reuters, afp, dapd)

Audio und Video zum Thema