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Top-Thema – Podcast

Ludwig van Beethoven - schwieriges Genie

Heute wird Beethoven als schicksalsgebeuteltes Genie gesehen. Doch in seinen Briefen werden auch andere Seiten deutlich: Beethoven war ein oft schwieriger, aber auch warmherziger Mensch, der gutes Essen liebte.‎

Was war Beethoven für ein Mensch? Durch seine schlechte Laune und aufbrausende Art stieß der Musiker viele Menschen vor den Kopf. Oft nahm er kein Blatt vor den Mund. Dennoch fand er nach seinem Umzug von Bonn nach Wien schnell Kontakt zu einflussreichen Kreisen und Sponsoren.

Und er war beliebt bei den Frauen. Dies lag jedoch weniger an seinem Aussehen, wie der Kurator des Bonner Beethovenhauses Dr. Michael Ladenburger feststellt: "Beethoven war ein nur ein Meter sechzig großer, hässlicher, oft auch ungepflegter, von Pockennarben im Gesicht übersäter Mensch, aber mit einem hohen Charisma. Und deswegen von einer hohen Attraktivität auch für die Weiblichkeit", sagt Ladenburger.

Unklar ist Beethovens Verhältnis zu Frauen. Geheiratet hat er nie, obwohl er sich häufig in seine Klavierschülerinnen verliebte. Nicht sicher ist auch, wann und an wen Beethoven diese Zeilen geschrieben hat: "Leben kann ich entweder nur ganz mit dir oder gar nicht, ja ich habe beschlossen, in der Ferne so lange herumzuirren, bis ich in deine Arme fliegen kann ..."

Mit zunehmender Taubheit verschlimmerte sich Beethovens Verhalten, und die Probleme mit seinen Mitmenschen nahmen zu. 1802 machte der 31jährige Beethoven seinen Brüdern in einem Brief deutlich, wie sehr er selbst unter seiner Einsamkeit litt. Er ging kaum noch unter Menschen; denn wie sollte er ihnen erklären, dass ein tauber Musiker weiterhin komponieren kann?


Glossar

Genie, das – jemand, der außergewöhnliche Fähigkeiten in etwas (z.B. Musik) hat

schicksalsgebeutelt – so, dass man im Leben viele Schwierigkeiten hat

warmherzig – nett; freundlich

aufbrausend – so, dass man leicht wütend wird

vor den Kopf stoßen – verärgern; überraschen

kein Blatt vor den Mund nehmen – offen seine Meinung sagen

einflussreich – so, dass man die Macht hat, Entscheidungen zu treffen

Kreis, der – hier: eine Gruppe von Menschen

Sponsor, der – jemand, der Geld für etwas (z.B. kulturelle Veranstaltungen) ausgibt

Kurator/Kuratorin, der/die – jemand, der Ausstellungen (z.B. in Museen) gestaltet und/oder betreut

Beethovenhaus, das – das Geburtshaus Beethovens in Bonn

ungepflegt – schmutzig; unordentlich

Pockennarbe, die – eine Hautwunde, die durch die Krankheit Pocken entstanden ist

von etwas übersät sein – voll von etwas sein

Charisma, das – die Ausstrahlung; die positive Wirkung auf andere Menschen

Weiblichkeit, die – hier: die Frauen

herumirren – ohne Ziel herumlaufen

unter Menschen gehen – sich mit anderen Menschen treffen; aus dem Haus gehen


Fragen zum Text

1. Welche Aussage ist falsch?
a) Trotz seiner Krankheit hat Beethoven weiterhin Musik komponiert.
b) Beethoven hatte keine Freude am Leben.
c) Beethoven sagte sehr deutlich seine Meinung.

2. Welche Aussage ist falsch?
a) Durch seine Krankheit bekam Beethoven immer mehr Probleme mit anderen Menschen.
b) Durch seine Krankheit wurde Beethoven einsamer.
c) Durch seine Krankheit wurde Beethoven freundlicher.

3. Beethoven hatte …
a) kein Interesse an Frauen.
b) vor zu heiraten.
c) vermutlich eine Geliebte.

4. Welche Redewendung mit "Kopf" ist falsch?
a) Immer siehst du alles negativ. Du findest wirklich immer einen Kopf in der Suppe.
b) Mit seinem unfreundlichen Verhalten stößt er viele vor den Kopf.
c) Du hast dein Zimmer schon wieder nicht aufgeräumt. Ich muss dir wieder mal den Kopf waschen und mit dir schimpfen.

5. Welche Redewendung mit "Mund" ist falsch?
a) Die Sache ist gut durchdacht. Das hat Hand und Mund.
b) Er sagt deutlich, was er denkt. Er nimmt kein Blatt vor den Mund.
c) Ich möchte nichts mehr hören. Halt den Mund!


Arbeitsauftrag

Wählen Sie eine berühmte Person (z.B. Musiker, Komponisten, Schauspieler, Politiker), über die Sie besonders viel wissen oder über die Sie leicht Informationen bekommen können. Bilden Sie Kleingruppen von vier Personen. Die anderen in Ihrer Gruppe müssen durch Fragen, die Sie nur mit "Ja" oder "Nein" beantworten dürfen, Ihre Person erraten.

Autoren: Hildburg Heider/mb/Stephanie Schmaus

Redaktion: Raphaela Häuser

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