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Kultur

Luciano Pavarotti ist gestorben

Die Opernwelt verliert einen ihrer ganz Großen. Der schwergewichtige Startenor hatte seine Karriere 2004 beendet. Eine Abschiedstournee konnte er 2005 aufgrund seiner Krebserkrankung nicht mehr beenden.

Luciano Pavarotti mit geschlossenen Augen auf Bühne (Quelle: AP)

Letzter Vorhang gefallen: Luciano Pavarotti

Der italienische Startenor Luciano Pavarotti ist tot, wie seine Managerin Terri Robson der Nachrichtenagentur AP mitteilte. Der 71-Jährige, der an Bauchspeicheldrüsenkrebs litt, sei um 5.00 Uhr am Donnerstagmorgen (6.9.2007) in seinem Haus in Modena gestorben. Pavarotti war zuletzt im August wegen hohen Fiebers zwei Wochen im Krankenhaus. Am Mittwoch hatte sich sein Zustand weiter verschlechtert. Der Sänger musste sich im vergangenen Jahr in einem New Yorker Klinikum einer Krebsoperation unterziehen. Danach war er nicht mehr öffentlich aufgetreten. Erst am Dienstag war Pavarotti für seine Verdienste um die italienische Kultur eine neu geschaffene Auszeichnung des Kulturministeriums in Rom zugesprochen worden.

Pavarotti galt als einer der größten Opernstars des 20. Jahrhunderts. Jahrzehntelang feierte der "Tenorissimo" Erfolge an allen großen Opernhäusern der Welt, von der Mailänder Scala über die New Yorker Met und den Covent Garden bis hin zur Staatsoper in Wien. Im Central Park trat der Maestro einmal vor einer halben Million Menschen auf. Zu seinen Gesangspartnerinnen zählten weltberühmte Sopranistinnen wie Joan Sutherland, Montserrat Caballe und Ileana Cotrubas.

Legendäres hohes C

Pavarotti lacht - Nahaufnahme (Quelle: AP)

Pavarotti privat (Archivbild)

Pavarottis Karriere begann 1961, als er in Reggio Emilia debütierte und einen internationalen Gesangswettbewerb gewann. Es folgten Einladungen verschiedener italienischer Opernhäuser. International bekannt wurde "Big Luciano", als er 1964 in London für den erkrankten Giuseppe Di Stefano als Rudolf in Puccinis "La Boheme" einsprang. Acht Jahre später gelang ihm in der Aufführung von Donizettis "La Fille du Regiment" an der New Yorker Metropolitan Opera endgültig der Durchbruch zum Weltstar. Seine Ansprünge auf das hohe A und sein zu besten Zeiten über zehn Sekunden gehaltenes hohes C machten ihn zum begehrten Stimmakrobaten in jedem großen Opernhaus. An der Met in New York war er im Lauf der Jahrzehnte fast 400 Mal zu hören und zu sehen.

1990 nutzten dann die "Drei Tenöre" – Pavarotti, Placido Domingo und Jose Carreras – die Fußballweltmeisterschaft in Italien zu einem weltweit ausgestrahlten Auftritt. Der Live-Mitschnitt wurde zum Kassenschlager in der ganzen Welt.

Erfolgreich auch im leichten Fach


Die Fans der leichten Muse eroberte der schwergewichtige Sänger mit seinen Benefiz-Konzerten "Pavarotti & Friends", bei denen er mit internationalen Rock- und Popstars im Duett sang. Jedoch erntete er bei Opernliebhabern Kritik für seine Ausflüge ins leichte Fach. Die ganz große Zeit als Opernstar war für Pavarotti Anfang der 1990er-Jahre vorbei, als er mit Verdis "Don Carlos" an der Mailänder Scala Pfiffe erntete. 2004 verkündete er seinen Abschied von den Opernbühnen der Welt, startete jedoch noch eine Abschiedstournee, die er unterbrechen musste, als bei ihm Anfang Juli 2005 Bauchspeicheldrüsenkrebs diagnostiziert wurde.


Auch privat war Pavarotti oft in den Schlagzeilen: Mit seinen Rückenleiden, einem Streit um Steuermillionen, der langwierigen Scheidung von seiner ersten Ehefrau Adua und der Hochzeit mit seiner Ex-Sekretärin Nicoletta Mantovani. Diese schenkte ihm 2003 die gemeinsame Tochter Alice. Jedoch überlebte der Zwillingsbruder die Geburt nicht. Von der Trauer hat sich Pavarotti nie ganz erholt. (rri)

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