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Das Bandtagebuch - EINSHOCH6

Lorenz Blaumer

Lorenz, Geiger bei EINSHOCH6, entdeckte sein musikalisches Talent bereits mit drei Jahren. Für ihn entsteht Musik erst durch den Mut, auch mal Fehler zu machen. Außerhalb der Band studiert Lorenz Orchestermusik.

Name:
Lorenz Blaumer

Geburtsjahr und Geburtsort:
1984 in Köln

Mit wie viel Jahren hast du angefangen, Musik zu machen?
Ich komme aus einem Musikerhaushalt, und bei uns hing eine kleine Achtelgeige rum. Auf der habe ich so mit drei Jahren angefangen rumzuschrubben. Und so richtig Unterricht hatte ich mit sechs Jahren.

Wer ist dein Vorbild?
Astor Piazolla, weil er es geschafft hat, aus etwas Altem und Schönem, etwas Neues, Schönes zu basteln. Er war ein sehr guter Handwerker und Instrumentalist, der sehr vielseitig begabt war und Sachen geschrieben hat, die man heute noch hören möchte und die einfach total Spaß machen.

Was findest du an EINSHOCH6 am spannendsten?
Die PR-Antwort ist, dass da so viele interessante Charaktere zusammenkommen. Im Prinzip kann ich mich hier in einem anderen Feld, als ich beruflich unterwegs bin, austesten. Normalerweise studiere ich klassische Geige bzw. Orchestermusik.

Wie waren für dich die Dreharbeiten zum Bandtagebuch?
Die Dreharbeiten waren für mich kurz und knackig, weil ich nicht so oft dabei war. Ich mache gerade Diplom und habe immer Probespiele und muss ja auch aus Saarbrücken anreisen. Aber wenn ich da war, waren es lange, anstrengende Tage. Aber es hat auch Spaß gemacht. Ich bin ein bisschen kamerascheu und fange dann an, ziemlich blöde Grimassen zu ziehen. Aber nach drei Tagen habe ich dann gemerkt, dass selbst ich das lernen kann.

Was tust du gegen Lampenfieber?
Üben, mich konzentrieren, still werden, versuchen, mich auf der Bühne freizuspielen und mir die erste Reihe in Unterhosen vorzustellen.

Was ist bei dir schon mal auf der Bühne richtig schiefgegangen?
Es fällt mir gerade nichts Konkretes ein, aber wir hatten schon Konzerte, wo eine Nummer tierisch in die Hose gegangen ist. Da waren dann immer die anderen schuld. Es kommt dann immer darauf an, wie man eine solche Situation abfängt. Richtig peinlich ist es dann, wenn man sich nicht schnell genug eingesteht, dass es in die Hose gegangen ist. Wenn man das in irgendeiner Form charmant abfedert, dann ist das nett. Wenn man das nicht schafft, dann ist das peinlich. Mit dem Mut zum Fehler muss man spielen, nur so wird es überhaupt Musik. Und wenn ein Fehler passiert, dann passiert halt einer.

Was ist die größte Herausforderung für dich als Musiker?
Die größte Herausforderung als Musiker ist, die Balance zu halten zwischen den verschiedenen Ansprüchen, die an dich als Instrumentalisten gestellt werden. Also, wenn du wie ich Instrumentalist bist und damit auch einigermaßen erfolgreich sein willst, ist es schwierig, diesen Ansprüchen zu genügen und vielleicht sogar ein bisschen Geld damit zu verdienen und gleichzeitig frei im Kopf zu bleiben und die Distanz zu wahren.

Was ist für dich Erfolg?
Idealerweise hat er all die Komponenten, die dazu gehören: finanzielle Sicherheit, persönliche Freiheit, künstlerische Entfaltung, vielleicht sogar familiäres Glück. Man kann ja auch einzelne Teilbereiche haben und irgendwann feststellen, dass einem das nicht reicht. Das ist eine Frage, die man in einem längeren Prozess beantworten müsste.

Was wärst du geworden, wenn du nicht Musiker geworden wärst?
Dann wäre ich Physiker geworden, weil ich das vorher studiert habe. Das Studium habe ich aber abgebrochen, weil ich noch eine Aufnahmeprüfung probieren wollte und man diese nur bis zu einem gewissen Alter machen darf. Und jetzt bin ich hier gelandet, und da bin ich ganz froh drum.

Was würdest du gerne noch können?
Ich würde gerne besser Klavier spielen können und ich würde gerne gut arrangieren können, wie in der Filmmusik. Und ich würde gerne Helikopter fliegen können.

Was magst du am liebsten an Saarbrücken?
Dass ich nicht mehr so lange da bin ... Nein, ich mag Saarbrücken. Ich bin da groß geworden, und es ist eine kleine Stadt, die ein bisschen ab vom Schuss ist, aber irgendwann reicht es. Was ich am schönsten an Saarbrücken finde, ist, dass es einen familiären Charakter hat.

Sprichst du Bairisch? Was ist dein bairisches Lieblingswort?
Ich ziehe die Bayern hier immer mit Preußen-Bairisch, mit extra falsch ausgesprochenem „hinkniergeln“ oder so was auf, aber es ist mein persönlicher Spaß, die Lokalpatrioten hier ein bisschen zu ärgern.

Welche Fremdsprache sprichst du und womit hattest du beim Lernen die größte Schwierigkeit?
Ich spreche relativ gut Englisch, ziemlich mittelmäßig bis miserabel Französisch und ich habe mal in der Schule Latein und Altgriechisch gehabt. Am schwierigsten finde ich die Disziplin, sich erst mal an den Punkt zu bringen, an dem man über Unterhaltungen lernen kann, wie die Sprache funktioniert. Das Schwerste ist, den Rhythmus einer Sprache zu verstehen.

Mit welcher Berühmtheit würdest du dich gerne mal unterhalten und warum?
Ich würde gerne mal ein paar wichtige Personen fragen, wie es dazu kommt, dass sie bestimmte Entscheidungen treffen. Das würde mich schon interessieren, aber in so einer beiläufigen Atmosphäre wird das wohl selten passieren.

Hast du schon mal etwas gekauft und es danach bereut?
Ja, klar. So Sachen, von denen man meint, dass es cool wäre, sie zu haben und dann auch noch so viel Geld dafür auszugeben. Wenn man sie dann hat, merkt man schon nach einem Tag, dass man nicht so wirklich viel glücklicher ist. Früher habe ich mich zum Beispiel auf einen neuen Computer gefreut. Das ist schon ein bisschen her, da waren Computer noch nicht ganz so alltäglich, und dann habe ich den Computer gehabt und ich konnte letztendlich gar nicht so wahnsinnig viel damit machen.

Wovor hast du Angst?
Diese Balance zu finden, von der ich vorhin schon einmal gesprochen habe.

Was machst du im Sommer am liebsten?
Am liebsten liege ich am See oder am Meer. Aber im Moment bin ich schon ganz froh, wenn der Raum, in dem ich bin, einigermaßen kühl ist.

Was machst du am liebsten am Wochenende?
Meistens spielen. Bei uns Musikern ist das mit dem Wochenende anders. Da nimmt man sich eher unter der Woche mal einen Tag frei.