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Europa

Londoner Polizei sucht vier Attentäter

Nach der neuen Explosionsserie sucht die Londoner Polizei mit Hochdruck nach vier mutmaßlichen Attentätern. Anscheinend sind die Anschläge nur deshalb glimpflich ausgegangen, weil die Ladungen versagt hatten.

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Der U-Bahnhof Shepherd's Bush blieb wegen Ermittlungen gesperrt

Nach zweiten Bombenanschlag in London

Ein Polizei dirigiert nach dem Anschlag auf den Bus in der Hackney Road Passanten

Die jüngsten Bombenanschläge sollten offenbar wieder von Selbstmordattentätern verübt werden, berichtete die britische Nachrichtenagentur PA am Freitag (22.7.2005). Anders als bei der Terrorserie am 7. Juli waren vermutlich nur die Zünder der vier Sprengsätze explodiert. Verletzt wurde niemand, eine Person erlitt lediglich einen Asthmaanfall. Die Polizei geht davon aus, dass vier Täter beteiligt waren. Ermittler untersuchten die Tatorte - drei U-Bahnen und einen Doppeldeckerbus - am Freitag nach Spuren, die zu den Tätern führen könnten.

Noch keine eindeutige Verbindung zum 7. Juli

Nach zweiten Bombenanschlag in London

Nach der Sperrung zweier U-Bahnlinien mussten viele Pendler laufen

Augenzeugen berichteten, sie hätten nach den Explosionen mehrere Männer flüchten sehen. Die Polizei wollte sich dazu jedoch nicht äußern. Zeugen wurden aufgerufen, sich bei Polizeistationen zu melden. Eine eindeutige Verbindung zu den Anschlägen vom 7. Juli mit 56 Toten gibt es laut Polizei bislang nicht. Dagegen berichtete das Boulevardblatt "The Sun", die Polizei glaube, dass hinter den Anschlägen der gleiche Bombenbauer stecke wie vor zwei Wochen. Die Polizei wollte den Bericht nicht kommentieren. Nach Informationen des "Daily Mirror" wusste Scotland Yard, dass diese Woche ein neuer Anschlag auf die U-Bahn bevorstand. "Der Informant konnte aber nicht sagen, wo und wann", zitierte die Zeitung eine "Sicherheitsquelle".

Festgenommene wieder frei

Explosion in London

Rettungskräfte am U-Bahnhof Hackney Street

Zwei unmittelbar nach den Anschlägen festgenommene Männer wurden noch in der Nacht zu Freitag wieder auf freien Fuß gesetzt. Keiner der beiden Männer stehe im Verdacht, in die Anschläge verwickelt gewesen zu sein, sagte eine Sprecherin von Scotland Yard am Freitag. Ein Mann war den Angaben zufolge am Donnerstag in der Nähe der Wohnung von Premierminister Tony Blair in der Downing Street festgenommen worden. Ein weiterer sei im Viertel Tottenham Court Road nahe der U-Bahnstation Warren Street aufgegriffen worden, wo sich eine der vier Bombenexplosionen ereignet hatte.

Mehrere Zeitungen berichteten unter Berufung auf Polizeiquellen, die Anschläge hätten anscheinend mit einer Gedenkfeier für die Opfer der ersten Anschlagsserie zusammenfallen sollen. Außerdem hätten die Terroristen diesmal keine Pendler zur Hauptverkehrszeit treffen wollen, sondern Schulkinder auf dem Weg nach Hause, Einkäufer und Touristen.

Sprengsätze sollen versagt haben

Die am Donnerstag verwendeten Sprengsätze waren offenbar entweder deutlich kleiner als die vor zwei Wochen, oder sie funktionierten nicht richtig: Bei dreien detonierte laut PA vermutlich nur der Zünder, bei der vierten Bombe soll auch die Zündkapsel versagt haben. Berichte, wonach es sich bei einem der Sprengsätze um eine Nagelbombe gehandelt haben soll, wollte die Polizei nicht bestätigen. PA berichtete zudem, drei der vier Bomben seien ähnlich groß gewesen wie die bei den Anschlägen vom 7. Juli verwendeten. Die vierte soll etwas kleiner und offenbar in einer Plastikbox versteckt gewesen sein.

Festnahmen vor den Anschlägen

Derweil wurden in der Region West Midlands vier Männer wieder auf freien Fuß gesetzt, die nach den Bestimmungen der Anti-Terror-Gesetze festgenommen worden waren. Wie lokale Polizeivertreter mitteilten, waren die Männer in dem Ort Hanley am Mittwoch durch verdächtiges Verhalten aufgefallen. Sie seien zur Befragung mitgenommen worden, während ihr Wagen durchsucht wurde. Die Männer seien nach der Vernehmung wieder freigelassen worden, sagte ein Polizeisprecher in Staffordshire. Ihnen drohe keine Anklage (stu)

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