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Lebensart

Londoner Museum präsentiert die berühmtesten Vogue-Modefotografen

"En vogue" – das ist alles, was gerade in Mode ist und worum sich der Kosmos der "Vogue"-Zeitschrift dreht. Zum 100. Jahrestag des britischen Blatts ehrt eine Londoner Ausstellung die besten Hochglanz-Modefotografen.

Die Schau in der Londoner National Portrait Gallery zeigt die schönsten Fotografien der US-amerikanischen Modezeitschrift. In Großbritannien gibt es die Vogue seit genau 100 Jahren. Vogue – das heißt übersetzt so viel wie Mode, aber auch Beliebtheit. Vogue steht für Glamour und ist eines der begehrtesten Magazine der Welt. Nicht nur die berühmtesten Models, sondern auch die Menschen hinter der Kamera streben danach, einmal für die große Zeitschrift fotografieren zu dürfen. Ob Irving Penny, Peter Lindbergh oder Karl Lagerfeld: Sie alle haben schon einmal für die Frauenzeitschrift die elegantesten Designstücke abgelichtet.

Ein Modephänomen, das ausnahmsweise nicht aus Paris kommt

Dabei gibt es die Vogue schon weit länger als ein Jahrhundert. Ihre Geburtsstunde schlägt Ende des 19. Jahrhunderts, genauer: im Jahr 1892. Der amerikanische Unternehmer Arthur Baldwin Turnure gründet das Blatt in New York City. Er will "ein wöchentliches Magazin der Mode, der Gesellschaft und der schönen Seiten des Lebens für einen kleinen Kreis ausgewählter New Yorker" schaffen, zitiert ihn der amerikanische Kommunikationswissenschaftler Theodore Peterson. Über die Jahre avanciert sein Lifestyle-Magazin zu einem wöchentlichen, mit Modezeichnungen ausgestatteten Fashionratgeber der sozialen Elite, der die neuesten Trends für den Modemarkt ausruft.

Nach Turnures Tod übernimmt seine Schwägerin, die damalige Vogue-Chefredakteurin Marie Harrison, das Blatt – sehr zum Unmut des französisch-deutschstämmigen Geschäftsmannes Condé Nast. Er hatte schon länger mit dem Kauf des Magazins geliebäugelt und - bis zu dessen Tod - auch schon mit Inhaber Turnure verhandelt.

Vogue-Chefin Anna Wintour

Die Chefin der amerikanischen Vogue: Anna Wintour

Im Jahre 1909 sieht Nast sich am Ziel seiner Träume. Endlich besitzt er die Vogue. Modezeichnungen werden nach und nach durch Fotografien ersetzt. Und auch sonst gibt es einige Neuerungen: Die Vogue erscheint nun nur noch 14-tägig. Sie richtet sich jetzt vordergründig an Frauen. Und der Verkaufspreis wird erhöht. Bei allen Änderungen bleibt aber eines immer gleich: Auf dem Sessel im Chefredaktionsbüro sitzt seit jeher eine Frau. Anfangs war das Josephine Redding. Seit bald 20 Jahren bestimmt Anna Wintour den Kurs - nicht nur der Vogue. Als eine der einflussreichsten Frauen der Modebranche lieferte sie 2006 das Vorbild für den Kinofilm "Der Teufel trägt Prada" mit Oscar-Preisträgerin Meryl Streep in der Hauptrolle. Wintours Mantra lautet: "Man sollte sich nicht zu viel darum sorgen, was die Konkurrenz macht oder was andere Menschen in der Branche gerade tun. Man muss eine wirkliche Vision haben."

"Mode geht nur in eine Richtung – nach vorn"

Fast ein Vierteljahrhundert nach der Gründung des Unternehmens erschien die erste britische Vogue. Damit wurde das Magazin international. Zwölf Jahre später kam auch eine deutsche Vogue auf den Markt. Doch die sich anbahnende Weltwirtschaftskrise verhinderte einen größeren Erfolg. Erst 50 Jahre später folgte ein neuer Versuch. Mit der Gründung des Condé Nast Verlages in München 1978 etablierte sich die Vogue nun auch in Deutschland. Zu diesem Zeitpunkt hatte das Magazin mit den Hochglanz-Fotografien auf der Coverseite den Modejournalismus unlängst erobert.

Auch die deutsche Ausgabe der Vogue unter Chefredakteurin Christiane Arp steht für Modebewusstsein und Stilgefühl. Pompöse, seitenfüllende Modestrecken von bekannten Fotografen sind ihr Markenzeichen. Die Mutter aller Modemagazine erscheint mittlerweile in über zwanzig Ländern. Ihr Anspruch ist überall der gleiche: "Before it's fashion, it's in Vogue."

Die Ausstellung in der Londoner National Portrait Gallery dauert noch bis zum 22. Mai 2016.

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