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Lokführer-Streik beendet

8. Oktober 2014

Nach dem Stillstand kommt das Chaos: Viele Regional- und Fernzüge fahren nach dem nächtlichen Streik der Lokführer noch nicht wieder nach Plan. Der Ausstand der Piloten hatte dagegen nur geringe Auswirkungen.

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Bild: Reuters/Kai Pfaffenbach

Um 6.00 Uhr morgens haben die Lokführer in ganz Deutschland ihre Arbeit wieder aufgenommen. Sie hatten zuvor neun Stunden lang gestreikt und den Nah- und Fernverkehr landesweit zum Erliegen gebracht. Nach Angaben der Gewerkschaft der Lokführer (GDL) fielen in der Nacht bis zu 90 Prozent aller Züge aus. GDL-Chef Claus Weselsky bezeichnete die Aktion im ARD-Morgenmagazin als "Erfolg".

Ein Sprecher der Deutschen Bahn sagte, man werde versuchen, "im Laufe des Morgens" zumindest im Regional- und S-Bahn-Verkehr wieder einen "stabilen, wenn auch ausgedünnten Takt" herzustellen. Im Fernverkehr müssten sich die Fahrgäste dagegen bis mittags auf Ausfälle und Verspätungen einstellen.

Keine unbefristeten Streiks

Mit dem Ausstand wollte die GDL in den festgefahrenen Tarifverhandlungen den Druck auf die Deutsche Bahn erhöhen. Darüber hinaus geht es ihr darum, auch für andere Beschäftigungsgruppen bei der Bahn die Tarifverhandlungen zu führen und sich damit gegen andere Gewerkschaften durchzusetzen.

Unbefristete Streiks seien jedoch aus Rücksicht auf die Bevölkerung nicht geplant, sagte Gewerkschafts-Chef Weselsky: "Wir sind uns der Verantwortung sehr wohl bewusst und wissen, dass die Menschen stark betroffen sind."

Die GDL verlangt im Tarifkonflikt unter anderem fünf Prozent mehr Lohn, die Verkürzung der Wochenarbeitszeit um zwei auf 37 Stunden sowie bessere Schichtpläne.

Die Führung der Deutschen Bahn hatte zuletzt vorgeschlagen, die Verhandlungen so lange auszusetzen, bis die Bundesregierung das angekündigte Gesetz zur Regelung der Kompetenzen von Sparten- und Großgewerkschaften erarbeitet hat. In der Zwischenzeit sollten die Lokführer zwei Prozent mehr Lohn erhalten. Dieses Angebot hatte die GDL abgelehnt.

Beladung von Lufthansa Cargo Maschinen
Bild: FRA F/CI, Lufthansa Cargo

Lufthansa-Streik geht ins Leere

Auch die Pilotengewerkschaft Cockpit hatte ihre Mitglieder zum Streik aufgerufen. Sie wollte an diesem Mittwoch ab 3.00 Uhr morgens Lufthansa Cargo lahmlegen. Der Ausstand soll bis 23.00 Uhr dauern.

Ein Sprecher der größten deutschen Fluggesellschaft verkündete jedoch am Morgen, der Betrieb bei der Fracht-Tochter laufe normal. "Alle Frachterflüge sollen trotz des Streiks starten. Wir rechnen nur mit minimalen Auswirkungen für unsere Kunden." Lediglich zwei Verbindungen seien vorgezogen worden.

Die Lufthansa wurde in diesem Jahr bereits fünf Mal von den Piloten bestreikt. Cockpit kämpft gegen die Pläne der Konzernleitung für eine Ausweitung der Billig-Ableger und setzt sich für die Beibehaltung der Frührentenregelung für Piloten ein. Die Gewinneinbußen durch die Streiks belaufen sich für die Lufthansa bislang auf mindestens 70 Millionen Euro.

mak/joz (dpa, rtr, afp)