Lokführer drohen mit mehrtägigem Streik | Wirtschaft | DW | 03.11.2014
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Wirtschaft

Lokführer drohen mit mehrtägigem Streik

Fahrgästen der Deutschen Bahn droht wieder Stillstand auf der Schiene. Nach dem erneuten Scheitern der Tarifverhandlungen wollen die Lokführer wieder streiken. Zeitpunkt unbekannt.

Die erneute Vorlage eines "Tarifdiktats" seitens der Deutschen Bahn habe weitere Arbeitskämpfe provoziert, erklärte die Gewerkschaft Deutscher Lokführer, GL. "Die GDL wird darüber rechtzeitig informieren." Es wäre der sechste Streik im aktuellen Konflikt.Gewerkschaftschef Claus Weselsky (Artikelbild) sagte, die Annahme der Vorlage hätte für einen Teil der GDL-Mitglieder den Verzicht auf das Streikrecht bedeutet.

Zuvor hatte die Bahn die GDL für das Scheitern der Gespräche verantwortlich gemacht. Sie habe einen ausgehandelten Entwurf eines Tarifvertrags, der auch ein Abkommen für Zugbegleiter umfasst hätte, kurzfristig wieder abgelehnt. Die Bahn hatte die GDL daher als unzuverlässigen Verhandlungspartner kritisiert.

Streik könnte mehrere Tage dauern

Hauptstreitpunkt in dem Tarifstreit ist die Forderung der GDL, nicht nur für Lokführer, sondern auch für andere Berufsgruppen, wie Zugbegleiter und Gastronomie-Personal in den Zügen Tarifverträge aushandeln zu dürfen. Für diese hat bislang allein die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) Verträge abgeschlossen. In einem Vertragsentwurf gestand der Konzern der GDL erstmals die Verhandlungsmacht auch für Zugbegleiter zu. "Dadurch sollte die GDL einen eigenständigen Tarifvertrag für Zugbegleiter erhalten", teilte das Unternehmen mit. Gleichzeitig sollte die Regelung die Kollision von zwei unterschiedlichen Tarifverträgen für ein und dieselbe Berufsgruppe vermeiden. Darüber habe in den Gesprächen Einvernehmen bestanden.

In der Sitzung des GDL-Hauptvorstands und der Tarifkommission war nach Informationen der "Bild"-Zeitung ein Streik von bis zu 91 Stunden im Gespräch. Zuletzt hatten die Lokführer vom 17. bis zum 20. Oktober insgesamt 60 Stunden lang gestreikt - an einem Wochenende und zum Beginn der Herbstferien in vielen Bundesländern.

gmf/wl (afp, dpa, rtr)

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