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Sport

Lochte hängt Phelps ab

Am ersten Wettkampftag der Olympischen Spiele konnte sich China viermal Gold sichern. Der US-Amerikaner Lochte siegte im Schwimmduell mit seinem Landsmann Phelps.

Mit einer wahren Machtdemonstration ist US-Schwimmer Ryan Lochte in das Olympische Turnier gestartet: Er holte sich im 400 Meter Lagenrennen ungefährdet die Goldmedaille und siegte im Prestigeduell gegen seinen Landsmann Michael Phelps, dem achtmaligen Olympiasieger von Peking, der nur auf den vierten Platz schwomm. Lochte schlug in 4:05,18 Minuten an. Silber gewann der Brasilianer Thiago Pereira (4:08,86), Bronze gewann der 17-jährige Japaner Kosuke Hagino (4:08,94). Yannick Lebherz hatte das Finale der besten acht Schwimmer verpasst.

Verpatzter Start für deutsche Schwimmer

Enttäuschung pur dagegen beim Deutschen Schwimm-Verband, denn kein einziger Schwimmer hatte sich am ersten Wettkampftag für die Finalläufe qualifiziert. Weltrekordler Paul Biedermann scheiterte schon im Vorlauf über 400 Meter Freistil und auch die 400-Meter-Freistilstaffel um Britta Steffen verpasste das olympische Schwimmfinale.

Ohne Biedermann sicherte sich der Doppel-Weltmeister Sun Yang die Goldmedaille und ist damit der erste chinesische Schwimm-Olympiasieger. Er gewann in 3:40,14 Minuten vor dem Peking-Olympiasieger Park Tae Hwan aus Südkorea (3:42,06) und verfehlte den Weltrekord von Biedermann nur knapp. Silber ging an den US-Amerikaner Peter Vanderkaay (3:44,69), Bronze sicherte sich der US-Amerikaner Peter Vanderkaay (3:44,69).

Britta Steffen and Paul Biedermann im Wasser. (Foto: EPA/Hannibal Hanschke, dpa)

Britta Steffen (l.) und Paul Biedermann (r.) erlebten einen schwarzen Tag

Britta Steffen und ihre Kolleginnen mussten am Abend zusehen, wie sich die australischen Freistilschwimmerinnen Gold über die 4 x 100 Meter holten und mit 3:33,15 Minuten den Olympischen Rekord einstellten. Als zweites Team schlugen die niederländischen Schwimmerinnen an. Die Weltjahresbeste Ranomi Kromowidjojo sicherte als Schlussschwimmerin (3:33,79) die Silbermedaille. Bronze ging an die Amerikanerinnen (3:34,24 Minuten).

Am späten Abend sorgte die erst 16-jährige Chinesin Ye Shiwen für großes Aufsehen: Im 400 Meter Lagenrennen schwamm sie in 4:28,43 Minuten Weltrekordzeit und siegte vor der US-Amerikanerin Elizabeth Beisel (4:31,27) und ihrer Landsfrau Li Xuanxu (4:32,91). Damit ging am ersten Wettkampftag bereits die vierte Goldmedaille an China.

Chinesin Yi holt erstes Olympiagold

302 Goldmedaillen werden insgesamt vergeben, und auch die erste sicherte sich eine Chinesin: Die Schützen-Weltmeisterin Yi Siling. Sie setzte sich in der Luftgewehr-Konkurrenz mit 502,9 Ringen gegen die Polin Sylwia Bogacka durch, die auf 502,2 Ringe kam. Yi verpasste ihren eigenen Weltrekord um 2,7 Ringe. Bogacka verhinderte einen chinesischen Doppelsieg, auf Rang drei landete mit 501,5 Ringen Yu Dan.

Im Wettkampf mit der Luftpistole gewann der südkoreanische Weltrekordhalter Jin Jing-oh. Er siegte mit 688,2 Ringen deutlich vor dem Italiener Luca Tesconi (685,8) und dem Serben Andrija Zlatic (685,2). Der deutsche Shütze Florian Schmidt hatte auch bei seiner zweiten Olympia-Teilnahme deutlich das Finale der besten Acht verpasst und kam auf Rang 25.

Radprofi Winokurow gewinnt Gold

Der Kasache Alexander Winokurow sicherte sich den Olympiasieg beim Rad-Straßenrennen. Der 38-jährige ehemalige Dopingsünder setzte sich im Sprint gegen den Kolumbianer Rigoberto Uran durch, Bronze holte sich Alexander Kristoff aus Norwegen. Die deutsche Medaillenhoffnung André Greipel landete als bester Deutscher auf Platz 26, Tony Martin war vorzeitig ausgeschieden. Enttäuschung auch beim britischen Weltmeister Marc Cavendish und Tour-Sieger Bradley Wiggins, die mit dem Hauptfeld ins Ziel kamen.

Alexander Winokourow fährt über die Ziellinie. (Foto: AFP PHOTO / ODD ANDERSEN)

Mit 38 Jahren siegte Alexander Winokurow im Straßenrennen

Deutschland-Achter startet erfolgreich

Dagegen war der erste Auftritt des Deutschland-Achters ein Höhepunkt der Vorläufe: Das Flaggschiff des Deutschen Ruderverbandes (DRV) startete erfolgreich in seine olympische Gold-Mission und zog mit einem Vorlaufsieg vor Vize-Weltmeister Großbritannien und den Niederlanden auf dem Dorney Lake direkt ins Finale ein. Für die seit 1446 Tagen auf der 2000-m-Strecke ungeschlagene Crew um Schlagmann Kristof Wilke war es der 35. Erfolg in Serie. Der Deutschland-Achter will im Endlauf am Mittwoch (01.08.2012) das erste olympische Gold für ein deutsches Großboot seit 24 Jahren holen.#video#

Erster Dopingfall und eine Botschaft

Auch einen Dopingfall gibt es schon bei den Spielen: Für den Eklat hat der albanische Gewichtheber Hysen Pulaku gesorgt. Wie das Internationale Olympische Komitee (IOC) in London mitteilte, wurde der 19-Jährige am 23. Juli bei einer Trainingskontrolle positiv auf das anabole Steroid Stanozolol getestet. Der EM-Sechste in der Gewichtsklasse bis 77 Kilogramm wurde mit sofortiger Wirkung von den Spielen ausgeschlossen. Über mögliche Sanktionen gegen den Athleten muss nun der Gewichtheber-Weltverband IWF entscheiden. "Das ist immer ein trauriger Tag, wenn ein Athlet, der betrügt, erwischt wird", meinte IOC-Sprecher Mark Adams. "Aber die Botschaft an die dopenden Athleten ist klar: Wir kriegen euch!" Bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking hatte es 20 Dopingfälle gegeben.