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Aktuell Amerika

Lobo greift durch in Honduras

Honduras gilt als extrem gefährliches Land. Die Gefängnisse sind überbelegt und werden oft von Banden kontrolliert. Staatschef Lobo will dem Treiben dort nicht länger tatenlos zusehen.

Nach einem weiteren gewaltsamen Zwischenfall in einer honduranischen Haftanstalt haben Armee und Polizei des zentralamerikanischen Landes begonnen, die Kontrolle über alle Gefängnisse zu übernehmen.

Porfirio Lobo (Foto: AFP/Getty Images)

Porfirio Lobo

Präsident Porfirio Lobo habe die Sicherheitskräfte zum "sofortigen Handeln" aufgefordert, teilte Generalstabschef René Osorio mit. Die bisherigen Angestellten in den 24 Haftanstalten würden schrittweise durch Polizisten und Soldaten ersetzt.

In den Gefängnissen in Honduras kommt es immer wieder zu blutigen Konflikten. Zuletzt waren am vergangenen Wochenende drei Mitglieder der berüchtigten Jugendbande "Mara 18" bei einem Schusswechsel im Gefängnis von Tamara (Artikelbild) getötet worden, mehrere Personen erlitten Verletzungen. Laut staatlicher Gefängnisverwaltung feuerten die Häftlinge unter anderem mit Sturmgewehren und zündeten Granaten.

Unhaltbare Zustände

Die Interamerikanische Kommission für Menschenrechte hatte kürzlich einen alarmierenden Bericht über die Lage in den honduranischen Gefängnissen vorgelegt. Demnach werden etliche Anstalten von Gangs kontrolliert; das korrupte und unterbesetzte Wachpersonal stelle für diese kein Hindernis dar. Regelmäßig komme es zu Misshandlungen, Erpressungen und Morden unter den Häftlingen, heißt es in dem Bericht. Zudem seien die hygienischen Bedingungen und die Versorgung mit Lebensmitteln dramatisch schlecht. Mit rund 12.300 Insassen seien die Gefängnisse zu 40 Prozent überbelegt.

wa/mak (afp, dpa)