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Amerika

Lobeshymnen und ein bisschen Politik

Mit einer flammenden Rede über seine Wahlheimat USA hat sich Kaliforniens Gouverneur Schwarzenegger auf dem Republikanerparteitag hinter George W. Bush gestellt. Reale Politik wurde fast zur Nebensache.

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Arnold Schwarzenegger kämpft um die Stimmen der Einwanderer


In seiner stark patriotisch geprägten Ansprache beschwor Schwarzenegger den "amerikanischen Traum", der für Menschen in aller Welt identisch sei mit dem "Traum von Freiheit". Er verwies auf seine eigene Geschichte als österreichischer Immigrant, der in den USA sein Glück habe machen können. In schillernden Farben malte er Amerika als "Land der unbegrenzten Möglichkeiten", in dem die Politik Präsident Bushs und der Republikaner dafür sorge, dass jeder den Aufstieg schaffen könnne.

"Allen, die wie ich in die USA eingewandert sind, rufe ich zu: Ihr seid willkommen in dieser Partei. Wir Republikaner bewundern Euren Ehrgeiz, unterstützen Euren Traum vom Aufstieg. Dieses Land empfängt Euch mit offenen Armen und wer die Regeln befolgt und hart arbeitet, der kann - wie ich - alles erreichen", sagte Schwarzenegger. Das Buhlen um die Immigrantenstimmen kam nicht von ungefähr: Viele Einwanderer in den Vereinigten Staaten leben in Schlüsselstaaten wie Florida und New Mexiko, die am 2. November bei der Wahl den Ausschlag geben können.

Terminator, ganz irdisch

Und dann schlüpfte Schwarzenegger vor den über 10.000 Delegierten und Gästen des Parteitags in seine alte Filmrolle als Terminator, nur dass es dieses mal nicht um Außerirdische ging, sondern um US-Außenpolitik der Marke Bush. "Wenn ihr der Meinung seid, Amerika und nicht die Vereinten Nationen sind die beste Hoffnung für eine demokratische Welt, dann seid ihr Republikaner", ließ er die Delegierten und die Welt wissen. "Wenn ihr glaubt, dass Amerika hart und unnachgiebig bei der Ausrottung des Terros sein muss - dann seid ihr Republikaner." Amerika habe sich erholt von den Terroranschlägen des 11. Septembers und sei wieder in der Offensive "dank der Beharrlichkeit, des Charakters und der Führungsstärke" des Präsidenten, sagte Schwarzenegger. Er sei stolz, der Partei Abraham Lincolns, Teddy Roosevelts, Ronald Reagans und George W. Bushs anzugehören.

Familienbande

George W. Bush wurde zudem offiziell als Kandidat seiner Partei für die Präsidentenwahl am 2. November nominiert. Mit den Stimmen der Delegierten aus Pennsylvania erhielt er schon vor der Auszählung aller Stimmen aller US-Bundesstaaten mehr als die notwendigen 1255 Stimmen. Er war ohnehin der einzige Kandidat, die Nominierung reine Formsache.

Laura Bush, die First Lady, hatte als zweite Hauptrednerin des Abends die Aufgabe, ihren Ehemann als mitfühlenden Menschen zu beschreiben. George W. leide mit den Angehörigen gefallener US-Soldaten, wusste Laura Bush zu berichten, er sei ein liebevoller Gatte und habe ein großes Herz. Die Entscheidung, im Irak in den Krieg zu ziehen, habe er sich wahrlich nicht leicht gemacht. "Ich erinnere mich noch genau, wie ich am Fenster im Weißen Haus saß und meinem Mann zusah, wie er auf dem Rasen auf und ab ging", drückte Laura Bush auf die Tränendrüse. "Da wusste ich, er hadert mit diesen Entscheidungen, die so schwerwiegende Konsequenzen für so viele Menschenleben haben würden und für die Zukunft der Welt."

Bei überwiegend friedlichen Demonstrationen gegen den amtierenden Präsidenten und den Parteitag in New York wurden über 550 Personen festgenommen.

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