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Kultur

Literaturverfilmung: Anna Karenina

Berauschender Bilderbogen. Anna Karenina Generation 2.0. Eine Neuverfilmung für ein junges Publikum.

Die Schauspielerin Keira Knightley als Anna Karenina in einer Szene des Kinofilms Anna Karenina (Foto: dpa)

Anna Karenina Kino Film Start

Jede Generation verdient eine Neuinterpretation der Klassiker. Bei Romanen gilt das für die Übersetzungen. Und auch Filme, die auf den großen Erzählungen der Literaturgeschichte beruhen, werden immer mal wieder aufgepeppt. Das kann gelingen. Manchmal erweisen sich aber auch ältere Versionen als die beständigeren. Vor kurzem noch erregte die rasant geschnittene und poppig bebilderte Verfilmung des US-Klassikers "Der große Gatsby" mit Leonardo DiCaprio für Aufsehen.

"Anna Karenina", der russische Roman des 19. Jahrhunderts, ist schon mehrfach verfilmt worden. Die jüngste Kinoversion stammt aus dem letzten Jahr und wurde vom Briten Joe Wright inszeniert. Keira Knightley darf hier die Titelfigur spielen und folgt damit Schauspielerinnen wie Greta Garbo oder Vivian Leigh. Wrights Film besticht in allererster Linie durch Oberflächenreize: schnelle Schnitte, berauschende Bilder, wunderschöne Kostüme, phantastisches Licht und ein weiblicher Superstar der modernen Kinos.

Doch reicht das? Zwar ist der renommierte Bühnenautor Tom Stoppard für das Drehbuch verantwortlich, doch Regisseur Joe Wright hat die Handlung des gewichtigen Romans noch einmal eingedampft und sie zu großen Teilen auf eine Bühne verlagert. Herausgekommen ist aber kein Theaterfilm, sondern ein filmischer Zwitter aus Kunst und Kitsch, opulentem Bilderbogen und Kammerspiel. Das hat seine Reize, vor allem visuell kann "Anna Karenina" überzeugen. Doch die Figuren bleiben teilweise blass, psychologisch ist der Roman (und auch so manche ältere Verfilmung) der neuen "Anna Karenina" haushoch überlegen.

Joe Wright: Anna Karenina, GB 2012, 130 Minuten, mit Keira Knightley, Jude Law, Aaron Taylor-Johnson u.a., auf DVD bei Universal erschienen.

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