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Bücher

Literaturnobelpreisträger Derek Walcott ist tot

Der karibische Schriftsteller Derek Walcott wurde 1992 mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet. Jetzt ist er im Alter von 87 Jahren verstorben. Er hinterlässt mehr als 20 Gedichtsammlungen und 30 Theaterstücke.

"Die Kulturgemeinde, St. Lucia und die Welt hat eine literarische Ikone verloren", richtete die Stiftung für kulturelle Entwicklung von St. Lucia unmittelbar nach seinem Tod aus. Derek Walcott war Dichter, Lehrer, Theater- und Kunstkritiker sowie Literatur-Professor. Außerdem malte er leidenschaftlich gern und verfiel schon als Teenager der Poesie. Seine erste Gedichtsammlung publizierter er mit 18. Rund zehn Jahre später gründete er den Trinidad Theatre Workshop. Sein Theater ermöglichte ihm, viele eigene Stücke auf die Bühne zu bringen.

Dichter Derek Walcott (picture-alliance/dpa/D. Fernandez)

Dichter Derek Walcott 2010 bei einem Literaturtreffen in Caracas

Der karibische Autor ließ sich von unterschiedlichsten Kulturen inspirieren, trafen sie doch alle auf "seiner" kleinen Insel St. Lucia zusammen, die heute in etwa so viel Einwohner hat wie Potsdam und einst von Christoph Kolumbus entdeckt worden war. In der Folge kamen Franzosen und Briten, die wiederum Afrikaner als Sklaven auf die Insel verschleppten. Erst 1979 wurde der Karibikstaat, in dem Walcott am 23. Januar 1930 geboren wurde, unabhängig.

Sprachrohr der karibischen Literatur

Mit seiner Gedichtsammlung "In a Green Night", die Anfang der 1960er Jahre erschien, wurde er als die neue Stimme der karibischen Literatur gefeiert. 1990, zwei Jahre bevor er den Nobelpreis erhielt, veröffentlichte er sein wohl wichtigstes Werk "Omeros", das 1995 auch ins Deutsche übersetzt wurde. In 64 Kapiteln und rund 7.000 Versen erzählt Walcott vom "Kampf des schwarzen Volkes um Selbstbehauptung und Menschenwürde", wie der Carl Hanser Verlag schreibt. Seinerzeit wurde das Epos von der Literaturkritik in höchsten Tönen gelobt, Vergleiche mit Dante und Homer gezogen. Die Nobelpreis-Jury lobte seine "Dichtung von großer Leuchtkraft, getragen von einer historischen Vision, die aus einer multikulturellen Verpflichtung emporgewachsen ist".

Am Freitag starb Walcott im Alter von 87 Jahren im Kreise seiner Familie und Freunde.

rey/sti (dpa, New York Times, Munzinger)