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Kultur

Literaturkritiker Fritz J. Raddatz ist tot

Der langjährige Feuilleton-Chef der Wochenzeitung "Die Zeit" ist im Alter von 83 Jahren gestorben. Er war einer der einflussreichsten und streitbarsten Literaturkritiker in Deutschland.

Er sei ein Schriftsteller, der ein Leben lang bei einer Zeitung arbeitete, sagte einmal sein Weggefährte Thomas Brasch über ihn. Fritz J. Raddatz galt als einer der einflussreichsten und gefürchtetsten Literaturkritiker in Deutschland. Seine Rezensionen entfalteten große Wirkung bei Kollegen und Publikum. Auch seine zahlreichen Interviews mit Künstlern und Intellektuellen in "Die Zeit" gehören zu den besten ihrer Gattung. Raddatz legte mehrere Romane vor und schrieb viel beachtete Biographien von Gottfried Benn, Heinrich Heine und Kurt Tucholsky. Zuletzt erschienen seine Tagebücher, in denen er Einblick in seine Kindheit gab und mit Größen des Zeitgeschehens schonungslos abrechnete.

Doyen des Feuilletons

Raddatz wurde 1931 in Berlin geboren und studierte Geschichte, Germanistik, Theaterwissenschaften, Kunstgeschichte und Amerikanistik an der Humboldt-Universität in Berlin. Bis 1958 war er Vize-Cheflektor im DDR-Verlag Volk und Welt, dann floh er entnervt in die Bundesrepublik. Dort begann er zunächst als Cheflektor bei Kindler, später wechselt er zum Rowohlt-Verlag. 1977 dann übernahm er die Leitung des Feuilletons der "Zeit", die er bis 1985 inne hatte. In dieser Position avancierte er zu einem der streitbarsten und eloquentesten Köpfe der deutschen Literaturszene.

jb/so (dpa)