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Kultur

Literatur im Web: Der Leser 2.0

Ein Blick ins fremde Bücherregal verrät so einiges: Wer liest hier was und warum. Vorbehalten war ein solcher Blick für lange Zeit Freunden, Nachbarn und Bekannten. In den Zeiten des so genannten Web 2.0 ist das anders.

Junge Frau in Bibliothek (Quelle: Das Fotoarchiv)

Schau da - Der Bücherschrank steht im Internet

Christian Heil sitzt an seinem Schreibtisch. Hinter ihm reihen und stapeln sich Bücher in einem mannshohen Regal. Vor ihm auf dem Bildschirm präsentiert er sein zweites Bücherregal. Das virtuelle. Christian ist seit zwei Jahren beim Online-Dienst Lovely Books registriert.

Nicht nur Spielerei

"Naja, also erstmal ist es natürlich eine feine Sache von der Optik her, es sieht halt ganz nett aus diese ganzen Cover", erzählt der 27-Jährige. Lovely Books funktioniert genau wie jedes andere soziale Netzwerk im Netz auch. Mit wenigen Klicks meldet man sich online an. Und kann dann seine eigene kleine Seite gestalten, mit Fotos, Angaben über Hobbies und im Fall von Lovely Books eben auch mit einem virtuellen Bücherregal das aus den Buchcovern besteht.

Einfach ein beliebiges Buch aus der Datenbank auswählen und anklicken. Schon steht es im Regal. Das ist nicht nur Spielerei, sondern hat mitunter einen ganz konkreten Zweck. Zum Beispiel: Neue Bücher kennenlernen. Christian hat einen strickten Leseplan. Zwei bis drei Bücher liegen auf seinem Nachtisch, die werden chronologisch abgearbeitet. Da braucht er beständig Nachschub.

Mehr als 11.000 Mitglieder

"Das ist halt einfacher als wenn du in eine Bibliothek latschst und dann da alleine stehst", sagt er und klickt in sein virtuelles Regal. Einmal querbeet finden sich hier Bücher aus den Bereichen Science-Ficion, ein bisschen Belletristik, Krimis und ein paar Klassiker.

Wenn ihm ein Buch nicht gefällt, dann weiß das bald jeder. Zumindest jeder der mehr als 11.000 registrierten Lovely-Books Mitglieder die sein Profil im Internet anklicken. Denn jedes Buch im virtuellen Regal kann direkt online besprochen werden. Von jedem Mitglied.

Am Ende des Tages

Der Gemeinschaftsgedanke spielt hier eine entscheidende Rolle. Denn beim Blick in andere Bücherregale lernt man Menschen schon ein bisschen kennen, auch wenn man sie noch nie gesehen oder gesprochen hat. Nur Buchempfehlung hin und virtuelles Bücherregal her – gelesen wird bei Christian am Ende des Tages im Bett. Und zwar mit einem Buch in der Hand. Und der Computer ist dann aus.

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