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Bekennerschreiben zu Ankara-Anschlag

3. Februar 2013

Die linksextreme Gruppe Revolutionäre Volksbefreiungs-Front (DHKP-C) hat sich zu dem Anschlag auf die US-Botschaft in Ankara bekannt. Der Attentäter soll illegal aus Deutschland eingereist sein.

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Türkische Sprengstoffexperten untersuchen den Tatort in Ankara (Foto: Reuters)
Türkei USA Explosion vor der US Botschaft in AnkaraBild: Reuters

Der Selbstmordanschlag auf die US-Botschaft in Ankara ist nach türkischen Medienberichten von einem Türken verübt worden, der illegal aus Deutschland eingereist war. Der Mann sei über die griechischen Inseln mit einem gefälschten Ausweis in die Türkei gekommen, berichten türkische Medien.

Amerikafeindliche Linksextremisten

In einer Erklärung im Internet bekannte sich derweil die linksextremistische Revolutionäre Volksbefreiungs-Front (DHKP-C) zu dem Attentat. Die Extremisten warfen den USA Völkermord vor. Dabei benutze die Supermacht die Türkei als ihren "Sklaven". Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan sei eine US-Marionette und müsse deshalb selbst mit einem Anschlag rechnen, heißt es in der Erklärung der Extremisten.

Der Selbstmordattentäter hatte sich am Freitag in einem Nebengebäude der US-Botschaft in die Luft gesprengt und einen türkischen Wachmann mit in den Tod gerissen. Eine Journalistin wurde schwer verletzt. Der Angreifer hat bei dem Anschlag eine Handgranate und sechs Kilo TNT-Sprengstoff gezündet, wie Ermittlungen ergaben. Der Fernsehsender TRT berichtet, im Zusammenhang mit dem Anschlag seien am Samstag drei Personen festgenommen worden.

DHKP-C als Terrorgruppe eingestuft

Amtlichen Angaben zufolge bestätigte eine DNA-Analyse die Identität des Attentäters, der in der Türkei polizeilich gesucht wurde. Bei dem Attentäter Ecevit Sanli soll es sich um ein Mitglied der verbotenen DHKP-C handeln. Er trug demnach einen gefälschten Ausweis, der auf den Namen Irfan A. lautete. Er habe in Deutschland gelebt, berichteten türkische Medien, ohne weitere Details zu nennen. Sanli habe wegen eines Anschlags in der Türkei ab 1997 mehrere Jahre im Gefängnis gesessen.

Er hatte nach Informationen aus Sicherheitskreisen länger in Deutschland gelebt und war den deutschen Behörden als Extremist bekannt, sagten Sicherheitsexperten der Süddeutschen Zeitung. Sein Ansuchen um politisches Asyl sei abgelehnt worden, weil er kein Opfer politischer Verfolgung gewesen sei. Auch habe man von seinem Engagement für die DHKP-C gewusst.

Die DHKP-C hat in der Türkei Anschläge auf Polizei und Justiz verübt. Sie operiert im Untergrund und steht in der Türkei, der Europäischen Union und in den USA auf der Terrorliste. Sie strebt an, das Regierungssystem der Türkei zu stürzen.

kle/sti/pg (dpa, afp, apd, rtr)