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Wirtschaft

Lieber Sekt statt Selters

Unberührt von Wirtschaftsflaute und Zukunftsangst boomt der Markt für Schaumweine in Deutschland. Das freut nicht nur die Winzer.

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Rekord: Vier Liter Sekt pro Kopf und Jahr in Deutschland

Deutschlands größter Sekthersteller, die Rotkäppchen-Mumm Sektkellerei, hat am Dienstag (20.4.2004) in Leipzig eine Rekordbilanz vorgestellt. 103,1 Millionen Flaschen wurden im vergangenen Jahr verkauft. Das bedeutet ein Plus von 9,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Gunter Heise, Sprecher der Geschäftsführung der Rotkäppchen-Mumm Sektkellereien GmbH beschreibt das vergangene Jahr auf der Pressekonferenz als erfolgreich: "Es ist alles besser gelaufen als gedacht, obwohl 2003 für die Branche ein schwieriges Jahr war." Der aktuelle Marktanteil liegt laut Heise bei 31,2 Prozent. Mit einem Plus von 8,2 Prozent steigerte sich auch der Umsatz, und zwar auf 340,5 Millionen Euro.

Deutsche Sektkellereien

Der deutsche Sektmarkt ist der größte internationale Markt für Schaumwein. Jährlich werden 450 Millionen Flaschen in Deutschland, meist mit einem lauten Knall, geöffnet. Das ist - relativ gesehen - so viel wie in keinem anderen Land auf der Welt. 75 Prozent der in Deutschland erhältlichen Sektmarken kommen aus heimischem Kellereien. Schaumwein ist der Oberbegriff für schäumende Weine. Gleichzeitig steht der Begriff für die einfachste Sorte der Schaumweine aus Tafelwein. Sekt dagegen ist gleichbedeutend mit dem Begriff Qualitätsschaumwein.

Die Deutschen geben pro Jahr rund anderthalb Milliarden Euro für die prickelnde Erfrischung aus. Ein Geschäft, über das sich die gesamtdeutsche Wirtschaft freut, und auch der Finanzminister. Im Jahr 2003 spülte der bundesdeutsche Sektkonsum über die Schaumweinsteuer eine hohe Summe in die Kassen: 432,3 Millionen Euro. Das sind 2,9 Prozent mehr als im Vorjahr.

Sektmarkt entwickelte sich unregelmäßig

In den 1970er und 1980er Jahren setzte ein rasantes Wachstum in der Sektbranche ein. Der steile Aufstieg des prickelnden Getränks verlief allerdings nicht kontinuierlich. Nach Angaben des Verbands Deutscher Sektkellereien e.V. Wiesbaden war der Pro-Kopf-Verbrauch der Deutschen im Jahr 1994 am Höchsten.

Vor zehn Jahren trank jeder Deutsche durchschnittlich 5,15 Liter Sekt pro Jahr. In den Folgejahren fiel der Verbrauch, erhöhte sich jedoch darauf auch wieder. Im Jahr 2002 beispielsweise trank jeder Deutsche durchschnittlich 3,87 Liter Sekt. Branchenkenner sagen für die Zukunft eine Stabilisierung des Marktes auf hohem Niveau voraus. In dem Jahr produzierten in Deutschland insgesamt 1378 Betriebe stolze 248,8 Millionen Liter Schaumwein. Aktuelle Zahlen für das Jahr 2003 hat das Statistische Bundesamt noch nicht veröffentlicht.

Ranking Sektmarken

Ein Deutschland-Ranking der absatzstärksten Sektmarken für das Jahr 2003 veröffentlichte die NIELSEN-Handelsforschung im März diesen Jahres. Eindeutiger Gewinner der Sektmarken im Lebensmitteleinzelhandel (LEH) ist die Marke Rotkäppchen mit einem Absatz von 35 Millionen Flaschen.

Auf Platz zwei folgt Freixenet aus dem Hause Eckes Spirituosen & Wein GmbH mit 19,9 Millionen Flaschen. Platz drei belegten die Hausmarken des Einzelhandels mit insgesamt 17,8 Millionen Flaschen. Söhnlein Brillant der Henkel & Söhnlein Sektkellerei GmbH kam auf Platz vier. Gefolgt von der Sektmarke Faber Krönung auf Rang fünf mit 12,7 Millionen abgesetzten Flaschen.

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