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Top-Thema – Podcast

Liebe und Frieden für Europa

Für die einen ist er ein Symbol für die Vielfalt europäischer Musikkulturen, für die anderen ein Festival des schlechten Geschmacks. So oder so hat der Eurovision Song Contest Kultstatus.

Ziemlich klein fing es 1956 an: Die europäische Einigung war weit entfernt, das Fernsehen gerade erfunden. Einige nationale Rundfunkanstalten beschlossen, etwas Gemeinsames zu unternehmen, um das Fernsehen bekannter zu machen. Sieben Länder nahmen am ersten Grand Prix Eurovision de la Chanson in Lugano teil. Beim ersten Wettbewerb durften nur Solokünstler auftreten und kein Lied sollte länger als dreieinhalb Minuten sein. Es gewann damals die Schweizerin Lys Assia.

Mit der Zeit kamen immer mehr Länder dazu und die Teilnahme wurde zum Muss für viele Nationen. Dabei entwickelte der Eurovision Song Contest (ESC), wie er seit 1992 genannt wird, seinen eigenen Sound jenseits aktueller Trends. Weder Punk noch Rock, noch Rap waren lange Zeit zu hören. Stattdessen gefühlvolle Balladen, in denen es um Liebe, Frieden und Einheit ging. Lange Zeit entschied eine Jury über die Gewinner. Seit 1998 aber können die Zuschauer für ihre Favoriten anrufen und abstimmen. Allerdings dürfen sie nicht für das eigene Land anrufen.

Doch wie schreibt man ein Lied, das allen gefällt? Da lange Zeit jedes Land nur mit Songs in seiner eigenen Sprache teilnehmen durfte, gab es textlich manche Kuriositäten: Titel wie "Boom Bang A Bang", "La La La" oder "Ding-A-Dong" waren zwar nicht besonders anspruchsvoll, aber jeder konnte sie mitsingen. Am 6. April 1974 gab es dann die große Ausnahme von der Grand-Prix-Regel: bunte Kleider und ein rockiger und moderner englischsprachiger Song namens "Waterloo". Damit startete die Weltkarriere einer der erfolgreichsten Popbands: ABBA aus Schweden.

Der Zusammenbruch der Sowjetunion und der Zerfall Jugoslawiens brachten dem ESC zahlreiche neue Teilnehmerländer. Dadurch kamen viele musikalische Neuerungen und extravagante Auftritte in den Wettbewerb. Noch heute gehen die Meinungen zum Eurovision Song Contest stark auseinander. Aber selbst jene, die mit der Musik nichts anfangen können, machen es sich am Abend der Entscheidung mit Chips und Bier vor dem Fernseher gemütlich: Der Contest hat eben Kultstatus.


Glossar

so oder so – egal, wie man es sieht

etwas hat Kultstatus – etwas ist sehr bekannt und beliebt

Rundfunkanstalt, die – eine Anstalt, die Radio- und Fernsehprogramme sendet

Grand Prix Eurovision de la Chanson, der (französisch) – Großer Preis der Eurovision (eine Zusammensetzung aus "Europa" und "Television")

auftreten – hier: auf einer Bühne Musik machen (Substantiv: der Auftritt)

etwas ist ein Muss für jemanden – etwas ist für jemanden besonders wichtig

Eurovision Song Contest (englisch) – Songwettbewerb der Eurovision

Sound, der (aus dem Englischen) – die Art, wie etwas klingt; der Klang

jenseits aktueller Trends – so, dass etwas sich nicht daran orientiert, was modern ist

Ballade, die – hier: das langsame und romantische Lied

Jury, die – eine Gruppe von Personen, die bei einem Wettbewerb entscheidet, wer gewinnt

Favorit/in, der/die – jemand, von dem man möchte, dass er gewinnt

Kuriosität, die – die Tatsache, dass etwas seltsam und verrückt ist

anspruchsvoll – hier: intelligent; nicht einfach

Zerfall, der – hier: die Tatsache, dass etwas in mehrere Teile getrennt wird

extravagant – sehr ungewöhnlich

die Meinungen zu etwas gehen auseinander – es gibt viele verschiedene Meinungen zu etwas

mit etwas nichts anfangen können – etwas nicht interessant finden oder nicht mögen

es sich gemütlich machen – sich entspannen und etwas genießen


Fragen zum Text

1. Am ersten Grand Prix Eurovision de la Chanson nahmen …

a) zunächst nur kleine Länder teil.

b) sieben Solokünstler aus der Schweiz teil.

c) nur wenige Länder teil.

2. Welche dieser Aussagen ist nicht richtig?

a) Seit 1992 hat der Wettbewerb einen neuen Namen.

b) Eine Jury entscheidet seit 1998 über den Gewinner.

c) Das erste Mal fand der Song Contest 1956 statt.

3. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion …

a) mussten reiche Länder mehr für die Teilnahme zahlen.

b) stieg die Zahl der Teilnehmerländer stark an.

c) gab es keine musikalischen Neuerungen mehr.

4. Ergänzen Sie diesen Satz: "Mit Titeln wie 'Ding-A-Dong' …"

a) waren nicht sehr anspruchsvoll.

b) gingen die Meinungen auseinander.

c) kann nicht jeder etwas anfangen.

5. Wie kann man diesen Satz anders formulieren: "Nachdem ABBA beim Grand Prix aufgetreten war, startete ihre Weltkarriere."

a) Der Auftritt beim Grand Prix bedeutete für ABBA den Start ihrer Weltkarriere.

b) Nach dem Start ihrer Weltkarriere trat ABBA beim Grand Prix auf.

c) Nach ABBAs Auftritt beim Grand Prix wurde der Wettbewerb berühmt.

Arbeitsauftrag

Kennen Sie den Eurovision Song Contest oder vergleichbare Veranstaltungen? Wie ist Ihre Meinung zu solchen Wettbewerben? Rufen Sie für Ihre Favoriten an oder haben Sie schon mal für Ihre Favoriten abgestimmt? Schreiben Sie einen kurzen Text darüber.

Autorinnen: Mathias Klaus/Shirin Kasraeian

Redaktion: Beatrice Warken

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