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Welt

„Liebe kann so wundervoll sein, aber...“ - Jugendliche Schwangerschaften in Namibia

„Ich war 17 Jahre und in der elften Klasse, als ich schwanger wurde. Mein Freund hatte nicht verhütet. In der Schule haben mich alle angestarrt. Es war furchtbar. Jetzt habe ich keine Freundinnen, keine Freunde mehr.“

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Stammestraditionen und modernen Lebensweisen prallen in Nambia aufeinander.

Sandra hat noch nicht einmal Abitur, aber sie hat schon einen kleinen Sohn. Sie ist nur eine von vielen tausenden jungen Müttern in Namibia. 50% aller Babys in diesem Land werden von den unter 20-jährigen auf die Welt gebracht.

Sandras Ex-Freund wollte kein Kondom benutzen. Das ist in Namibia nicht selten. Dort glauben die Männer, wer viele Kinder macht, ist ein echter Mann, Wer einer Frau kein Baby macht, ist kein Mann.

„Eigentlich war ich noch gar nicht soweit. Ich dachte, ich sei alt genug für Sex, aber in Wirklichkeit war ich’s gar nicht.“ Sandra bereut jetzt, dass sie ihre Jugend nicht mehr so genießen kann, wie sie es gewollt hatte. Über Verhütung und Sexualität wird in den Familien nicht gesprochen, so war es schon immer. Für junge Menschen wie Sandra soll mit dieser Tradition schnell gebrochen werden.

Independence Avenue in Windhoek in Namibia

In der modernen Stadt gehört Sex für Jugendliche nun einmal zum modernen Lebensstil

In Jugendzentrum Katuturas, in der Nähe von Namibias Hauptstadt Windhuk, in dem sich Jugendlichen beraten lassen können, haben die Sozialarbeiter herausgefunden, dass viele Mädchen überhaupt nicht aufgeklärt sind. Sie wissen nicht, dass sie schwanger werden können und sich mit Geschlechtskrankheiten z. B mit Aids angestecken können, wenn sie sich mit Jungs einlassen. Dabei sind Teenager-Schwangerschaften besonders risikoreich, denn die Mütter- und Säuglingssterblichkeit ist in jungen Jahren wesentlich höher. Und natürlich bleiben Teenager-Schwangerschaften nicht ohne Auswirkungen auf die Ausbildung und Berufschancen der jungen Mütter.

Die Vorstellungen der Jugendlichen zu ändern ist nicht einfach, denn für sie gehört Sex nun einmal zum modernen Lebensstil. Aber Mitarbeiterin wie Irene Strauss, die sich im Jugendzentrum für die Mädchen einsetzt, will nicht aufgeben:„Wir dürfen niemals aufhören, aufzuklären. Wir müssen die Mädchen informieren, damit sie stark werden und selbstbewusst. So selbstbewusst, dass sie es nicht nötig haben, sich für einen wildfremden Mann hinzulegen, nur um zu zeigen: Ich bin eine Frau! Es gibt so viele Möglichkeiten, sich selbst zu beweisen!“

Sandra jedenfalls hat ihre Lektion gelernt. Sie will nicht die Fehler der Erwachsenen wiederholen. Sie will ihren Sohn zu einem „vernünftigen, guten Mann“ erziehen. Und sie will, dass er eines Tages ein Mann wird, der die Würde und die Rechte der Frauen respektiert und damit ein Vorbild ist.

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