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Lichte Momente

Das Licht erhellt das Dunkel. Ein heller Wald ist licht. Und das Licht der Erkenntnis möge uns den Geist erhellen – ganz egal, ob wir uns zu den kleinen Lichtern oder den großen Leuchten zählen.

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Lichte Momente

Bevor wir ins Thema einsteigen, verlieren wir zunächst ein paar Worte über die Etymologie unseres Wortes. Sprachgeschichtlich hat das Wort „Licht“ eine Entwicklung durchgemacht: aus „Leuk“, einem Wortstamm, der in vielen Sprachen „leuchtend, hell und strahlend“ bedeutet, wurde im Althochdeutschen „lioht“, später im Mittelhochdeutschen „lieht“ und dann schließlich „Licht“.

Kleine und große Lichter

Das Wort „Licht“ gibt es klein- und großgeschrieben. Das kleingeschriebene Adjektiv wird allerdings wesentlich seltener verwendet als das Nomen. Es beschreibt alles, was von Licht erhellt ist, wo man gut hindurchschauen kann. Licht ist ein Wald, in dem die Bäume weit auseinanderstehen oder ein Kopf, der nicht mehr ganz so viele Haare hat. Auch der Nebel, der sich lichtet, gehört in diesen Bedeutungszusammenhang.

Ein Mann mit Hinterkopfglatze (picture-alliance/dpa/M. Gerten)

Viele Männer leiden darunter, wenn die Haare sich lichten

Mit einem lichten Maß beschreibt man den Abstand zwischen zwei Wänden, also den Zwischenraum, durch den man hindurchschauen kann. „Licht“ kann auch im übertragenen Sinne „klar“ bedeuten: Wenn zum Beispiel jemand einen lichten Moment hat, hat er oder sie etwas verstanden. Vielleicht geschieht das ja am helllichten Tag, doch diese Steigerung von „licht“ wird wirklich sehr selten verwendet.

Es werde Licht

In der Schöpfungsgeschichte der  Bibel – die berühmten sechs Tage, an denen Gott die Erde schuf – begegnet uns das großgeschriebene Licht gleich zweimal. Am ersten Tag sprach Gott: „Es werde Licht, und es wart Licht.“ So entstanden Tag und Nacht. Doch das war Gott wohl nicht genug. Denn am vierten Tag hängte er noch Sonne und Mond an den Himmel.

Kein Wunder, dass das Licht immer wieder mit Religion in Verbindung gebracht wird. Da ist Gott ein Licht in der Finsternis. Jesus spricht: „Ich bin das Licht der Welt“, in der Kirche steht das ewige Licht und das höchste Ziel von Buddhisten ist die Erleuchtung. Auch in mystischen Visionen weltweit spielt Licht immer wieder eine große Rolle.

Zwei Arten von Licht

brennende Teelichter (Colourbox)

Teelichter sorgen für romantische Stimmung

Sprachlich betrachtet ist es allerdings nicht immer so einfach mit dem Wort Licht. Denn, einmal bezeichnet es alles, was man sehen kann: Tageslicht, Sonnenlicht, Flutlicht, Rampenlicht oder Kerzenlicht, um einige Beispiele zu nennen. In diesem physikalischen Sinn ist Licht einfach nur das, was das Auge wahrnimmt. Dieses Licht hat logischerweise keinen Plural.

Anders verhält es sich bei allen Lichtquellen. Ob nun die Lichter der Stadt, die Rücklichter am Auto, die Lichter der Lichterkette oder im übertragenen Sinne die kleinen Lichter, die unwichtigen und unbedeutenden Menschen in der Gesellschaft. Doch Achtung! In wenigen Fällen wird der Plural anders gebildet. Das passiert gerne dann, wenn es um Kerzenlicht geht. Auf dem Friedhof stehen Grablichter, aber der Beutel, den man im Supermarkt noch mal eben schnell mitnimmt, enthält Teelichte beziehungsweise Teelichter. Die sind übrigens besonders beliebt für romantische Stunden zu zweit.

Redewendungen von leuchtender Klarheit

Aufgemalte Glühbirnen, eine brennt (Fotolia/faithie)

Leuchtende Erkenntnis

In der Alltagssprache wird das Licht immer dann bemüht, wenn es um Klarheit und Verstehen geht. Hier sind einige Glanzlichter: Es kann schon mal vorkommen, dass das kleine Licht an der Uni bei Lichte besehen eigentlich eine Leuchte der Wissenschaft ist. Nur stellt dieser Mann zu gerne sein Licht unter den Scheffel und seine leuchtenden Erkenntnisse erscheinen dann nicht im rechten Licht.

Leider lässt er sich von den Kollegen auch immer wieder hinters Licht führen, hofft aber dennoch heimlich darauf, dass denen irgendwann mal ein Licht aufgehen wird. Denn bei Lichte besehen bringt er doch eine Menge Licht ins Dunkel seines Forschungsgebiets. Klar, man kann nicht immer im Rampenlicht stehen! Und wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten. Doch dass die einen im Dunkel sind und die Anderen im Licht, das ärgert ihn ziemlich.

Solche Armleuchter

Das würde er schon gerne mal ans Licht bringen. Nur wie? Für heute begnügt er sich erst einmal damit festzustellen, dass die anderen auch keine großen Leuchten sind. Genaugenommen findet er sogar, sie sind ziemliche Armleuchter !


 

Arbeitsauftrag
Im letzten Teil dieses Textes findet ihr viele Redewendungen. Findet die Bedeutung dieser Redewendungen heraus und bildet eigene Beispielsätze.

 

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