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Amerika

Lichtblick im Kampf gegen die Ölpest

Dem BP-Konzern ist es gelungen, im Golf von Mexiko eine neue Öl-Auffangglocke über dem Leck am Meeresgrund zu platzieren. Die US-Regierung verhängte unterdessen ein neues Moratorium für Tiefsee-Bohrungen.

Golf von Mexiko (Foto: AP)

Schauplatz einer Umwelt-Katastrophe: Der Golf von Mexiko

Seit nunmehr elf Wochen strömen täglich Abertausende Liter Öl in den Golf von Mexiko - jetzt können sich die betroffenen US-Bundesstaaten berechtigte Hoffnungen machen, dass damit bald Schluss ist. Wie auf Unterwasseraufnahmen in der Nacht zum Dienstag (13.07.2010) zu sehen war, konnte mit Hilfe ferngesteuerter Roboter ein viele Tonnen schwerer Absaug-Zylinder über dem Leck in Position gebracht werden. Der neue Trichter mit dem Namen "Top Hat 10" soll besser auf der Quelle sitzen und verhindern, dass weiteres Öl ins Meer läuft.

"Entscheidender Fortschritt"

Sobald die neue Apparatur festgeschraubt ist, will BP mit Belastungstest beginnen. Diese sollen zwischen sechs und 48 Stunden dauern. Spätestens am Donnerstag soll sich dann zeigen, ob der neue Versuch zur Eindämmung der Ölpest erfolgreich war und das Öl tatsächlich vollständig abgesaugt oder die Bohrleitung auf diese Weise sogar verschlossen werden kann.

Küstenwachen-Admiral Thad Allen, der von US-Präsident Barack Obama ernannte Einsatzleiter, sprach von einem "entscheidenden Fortschritt". In der Vergangenheit waren diverse Versuche, das Leck zu verschließen, allerdings gescheitert. Erst am vergangenen Wochenende musste eine andere Auffangglocke wieder entfernt werden, weil sie nicht passgenau saß und nur einen Teil des austretenden Öls absaugen konnte.

Die BP-Plattform "Deepwater Horizon" war am 20. April explodiert und zwei Tage später gesunken. Das seitdem ausströmende Öl bedroht die Ökosysteme im Golf von Mexiko und an den Küsten im Süden der Vereinigten Staaten.

Auffang-Zylinder (Foto: AP)

1500 Meter unter dem Meeresspiegel: "Top Hat 10" am Ziel

US-Regierung beharrt auf Bohrverbot

Nach zwei Rückschlägen vor Gericht erließ die US-Regierung inzwischen ein neues Moratorium für Tiefseebohrungen. Es soll bis Ende November gelten, wie US-Innenminister Ken Salazar in Washington erklärte. Das Moratorium sei "notwendig und angemessen", um die Bevölkerung, die Küstenregion und die Natur am Golf von Mexiko vor den Risiken solcher Bohrungen zu schützen. Als Begründung führte Salazar an, dass es der Industrie bislang nicht gelungen sei, die Ölpest im Golf von Mexiko in den Griff zu bekommen.

Mit einem ersten sechsmonatigen Verbot war die US-Regierung in zwei Gerichtsinstanzen gescheitert. Die Richter bemängelten, der Schritt sei nicht ausreichend begründet. Gegen die staatlich verhängte Zwangspause waren mehrere Dienstleister der Ölbohrbranche vor Gericht gezogen.

Autor: Christian Walz (dpa, afp, apn)
Redaktion: Rainer Esser

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