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Kultur

Licht und Schatten

Kurz und knapp "Rembrandt Rembrandt" heißt die Ausstellung im Frankfurter Städel. Ein Grund sie sich anzuschauen: Rembrandts Werke werden immer weniger. Viele stellen sich als Fälschungen heraus.

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Der junge Meister der Hell-Dunkel-Malerei: Rembrandt van Rijn

Bis zum 11. Mai 2003 zeigt das Museum 47 Gemälde aus Sammlungen von Melbourne bis Milwaukee, die das Leben des holländischen Künstlers Rembrandt Harmenszoon van Rijn (1606-1669) nachzeichnen. Das Spektrum der Frankfurter Exponate reicht von Rembrandts Frühwerk bis zur letzten Arbeitsphase. Zu sehen sind Porträts, biblische und mythologische Motive sowie eine Serie kleinformatiger Bilder mit Charakterköpfen. Die Werke stammen aus den bedeutendsten Museen und Privatsammlungen weltweit.

Die Blendung Simsons - Gemälde von Rembrandt

Die Blendung Simsons, 1636

Ein Höhepunkt ist die "Blendung Simsons". Das Werk des 30-jährigen Künstlers stellt eine Bündelung heftiger Affekte, von Triumph, Schmerz und Verrat, dar, die mit äußerster Gewalt und Dynamik in Szene gesetzt wurde. Es dokumentiert Rembrandts Orientierung an Peter Paul Rubens, dem größten Historienmaler seiner Zeit.

Die Faszination des eigenen Gesichts

Wer in Amsterdam Rang und Namen hatte, saß Rembrandt Modell, kaufte seine Landschaften, biblischen Geschichten oder orientalischen Fantasieporträts. Der Meister unterhielt eine große Werkstatt mit etlichen Angestellten, die alle in dem schon berühmten "Rembrandt-Stil" malten.

Susanna und die beiden Alten

Susanna und die beiden Alten, 1636

Motive fand der Künstler auch in seiner eigenen Familie: Für die erotische "Susanna im Bade" stand wohl Ehefrau Saskia Aktmodell, und das Heranwachsen des Sohnes Titus beobachtete er ebenfalls auf Gemälden. Immer wieder studierte Rembrandt jedoch mit Leidenschaft das eigene Gesicht. In den sechs Selbstbildnissen der Frankfurter Ausstellung verändert sich der Maler vom selbstbewussten Jüngling zum kranken, verzweifelten alten Mann.

Damit die Gemälde des als "Meister des Lichts und des Schattens" gerühmten Künstlers optimal zur Geltung kommen, wurden die Räume im Städel abgedunkelt. Kein Tageslicht fällt hinein. Die Bilder hängen vor grauen Stellwänden und werden von Lichtkegeln angestrahlt, um ihre Leuchtkraft zu demonstrieren. "Wir haben auf Farbe verzichtet, um den Genuss der Bilder zu steigern", sagt Kurator Michael Maek-Gérard.

Schwierige Finanzierung

Die Ausstellung ist die teuerste in der Geschichte des Frankfurter Museums. Die Finanzierung der 2,4 Millionen Euro teuren Schau war nach dem Rückzug des Landes Hessen lange Zeit unklar, bis Sponsoren einsprangen. Der Mitinitiator der Ausstellung und Autor des Katalogs, Jeroen Giltaij, nennt die Organisation "ein großes Abenteuer". Es sei sehr schwer gewesen, solch wertvolle Bilder als Leihgaben zu bekommen und zu versichern. In Frankfurt seien Rembrandts wichtigste Gemälde zum ersten Mal seit langem zusammen zu sehen.

Nur zwei bekanntesten Meisterwerke fehlen: "Der Mann mit dem Goldhelm" und die "Nachtwache" fehlen. Die Nationalgalerie in Berlin und das Rijksmuseum in Amsterdam hätten sich nicht an der Frankfurter Ausstellung beteiligt, weil sie zeitgleich eine Rembrandt-Ausstellung geplant hätten, erklärte der Direktor des Städelschen Kunstinstituts, Herbert Beck.

Von 1000 zu 240 Rembrandts

Rembrandts Werk wurde oft kopiert und manchmal auch gefälscht, die Zuordnung der Werke ist deswegen immer ein Anlass für Streit bei Rembrandt-Ausstellungen. Im Jahr 1900 umfasste Rembrandts Schaffen offiziell noch 1.000 Werke, 1930 waren es 600, 1969 noch 420 und zur Jahrtausendwende waren es gerade noch 240. Deshalb meint Museumsdirektor Beck: "Es ist höchste Zeit, dass die Ausstellung stattfindet".

Die Ausstellung "Rembrandt Rembrandt" im Städelschen Kunstinstitut Frankfurt ist bis zum 11. Mai 2003 dienstags bis sonntags von 10 bis 20 Uhr, mittwochs und donnerstags bis 22 Uhr zu besichtigen.

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