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Sport

Licht und Schatten zum Auftakt

Mit durchwachsenen Leistungen sind die deutschen Athleten in den ersten Tag der Heim-WM gestartet. Zwei Kugelstoßer und eine Hindernisläuferin haben das Finale erreicht, daneben gab es auch einige enttäuschte Gesichter.

Kugelstoßer Ralf Bartels (Foto: dpa)

Ralf Bartels ist im Finale

Kugelstoß-Europameister Ralf Bartels und sein Mannschaftskollege Peter Sack haben zum Auftakt der Leichtathletik-WM in Berlin das Kugelstoß-Finale erreicht. Bartels übertraf die Qualifikationsweite von 20,30 Meter um 11 Zentimeter, Sack blieb mit 20,20 Meter knapp darunter, kam aber als Achter der Qualifikation ebenfalls ins Finale der besten zwölf. "Geschafft ist geschafft", sagte Bartels. "Die Qualifikationsleistung war okay, damit kann ich zufrieden sein." Gescheitert ist dagegen der 19-jährige U20-Weltmeister David Storl. Er kam nur auf 19,19 Meter.

Hindernisläuferin Antje Möldner (Foto: dpa)

Antje Möldner überraschte mit deutschem Rekord

Einen Auftakt, der alle ihre Erwartungen übertraf, erlebte Antje Möldner. Über 3000 Meter Hindernis steigerte sie mit 9:21,73 Minuten ihren eigenen deutschen Rekord um mehr als fünf Sekunden. "Mein Ziel war Platz vier zu erreichen. Das habe ich mit Rang zwei gut hinbekommen", sagte Möldner strahlend. "Dieser Rekord gibt Selbstvertrauen. Platz acht im Endlauf wäre mein Traum." Die frühere 1500-Meter-Läuferin erzielte hinter der russischen Olympiasiegerin und Weltrekordlerin Gulnara Galkina (9:17,67) die zweitbeste Zeit.

Enttäuschung unter den Linden

Der erste Weltmeister von Berlin kommt aus Russland: Olympiasieger Waleri Bortschin sicherte sich im 20 Kilometer Gehen vor Tausenden Zuschauern am Brandenburger Tor in 1:18:41 Stunden den Titel. Er setzte sich klar vor dem Chinesen Hao Wang (1:19:06) und dem Mexikaner Eder Sanchez (1:19:22) durch. Eine Enttäuschung erlebte der frühere WM-Vierte und Berliner Lokalmatador Andre Höhne, der auf Bronze spekuliert hatte, aber in 1:21:59 nur 14. wurde. In Berlin endete der Wettbewerb der Geher erstmals in der WM-Geschichte nicht im Stadion. Die Athleten gingen auf einem Rundkurs, der über die Berliner Prachtstraße "Unter den Linden" führte. Start und Ziel war das Brandenburger Tor.

Verfolgerrolle nach zwei Disziplinen

Siebenkämpferin Jennifer Oeser (Foto: dpa)

Holpriger Start über die Hürden: Jennifer Oeser

Mäßig in den Tag starteten dagegen zunächst die deutschen Siebenkämpferinnen. In der ersten Disziplin, den 100 Meter Hürden, sprintete Jennifer Oeser als Beste Deutsche in 13,62 Sekunden auf Platz neun. Lilli Schwarzkopf kam in 13,80 auf Platz 18, Julia Mächtig in nur 14,40 Sekunden auf Rang 25. Im Hochsprung lief es für Oeser erneut am besten. Sie übersprang 1,83 Meter. Über dieselbe Höhe sprang auch Mächtig. Damit verbesserte sie ihre bisherige persönliche Bestleistung um vier Zentimeter. Etwas unter den eigenen Erwartungen blieb Schwarzkopf mit 1,74 Meter.

Nach zwei Disziplinen liegt Jennifer Oeser mit 2049 Punkten auf Rang fünf, Julia Mächtig mit 1939 auf Rang 13, Lilli Schwarzkopf ist mit 1910 Zählern 14. des Teilnehmerfeldes. Damit bleibt die Chance auf Bronze für Oeser bestehen, mit der sie vor dem Wettkampf geliebäugelt hatte. In Führung liegt die Britin Jessica Ennis mit 2267 Zählern.

Bolt und Gay souverän

Usain Bolt (Foto: dpa)

Usain Bolt konnte es im Vorlauf ruhig angehen

Auch die absoluten Top-Stars hatten gleich am ersten Vormittag ihren ersten Auftritt: Usain Bolt und Tyson Gay erreichten über 100 Meter erwartungsgemäß die nächste Runde. Bolt war mit 10,21 Sekunden fünf Hundertstel langsamer als Gay, der 10,16 Sekunden lief. Gnadenlos arrogant zeigte sich Asafa Powell aus Jamaika. Der ehemalige Weltrekordhalter nahm in seinem Vorlauf schon nach 30 Metern das Tempo raus und joggte ins Ziel. Nicht eingeplant war dabei wohl, dass er noch von zwei Konkurrenten überholt wurde. So wurde es knapp für ihn, denn nur die besten drei Läufer jedes Vorlaufs kamen direkt eine Runde weiter. Als einziger der drei deutschen Sprinter überstand Martin Keller die erste Runde. Er war in 10,35 Sekunden so schnell wie noch nie in dieser Saison. Für Tobias Unger (10,42) und Stefan Schwab (10,50) war die Konkurrenz bereits nach dem Vorlauf zu Ende.

Der deutsche Meister Sergej Litvinow hat das Hammerwurf-Finale am Montag erreicht. In der Qualifikation übertraf der Sohn des gleichnamigen russischen Olympiasiegers und Ex-Weltmeisters gleich im ersten Versuch mit 77,68 Meter die für den Endkampf geforderte Weite von 77,50. 400-Meter-Läuferin Sorina Nwachukwu erreichte Halbfinale am Sonntag. In ihrem Vorlauf wurde sie Dritte in 51,74 Sekunden. Ein völliges Fiasko erlebte dagegen Dreispringerin Katja Demut: Sie scheiterte schon in der Qualifikation und sprang bei ihrem einzigen gültigen Sprung nur 11,38 Meter weit. Demuts Jahres-Bestleistung steht bei 14,20 Meter.

Autor: Andreas Ziemons
Redaktion: Wolfgang van Kann

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