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Aktuell Afrika

Libyscher Generalstabschef tritt nach Kämpfen zurück

Nach Kämpfen zwischen früheren Rebellen und Demonstranten im libyschen Bengasi hat Generalstabschef Jussef al-Mangusch seinen Rücktritt erklärt. Die Zahl der Toten stieg inzwischen auf 31.

Libyens Armeechef Jussuf al-Mangusch (Foto: picture-alliance/dpa)

Armeechef Jussuf al-Mangusch

Im Kampf gegen den früheren Machthaber Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 wurden Libyens Milizen stark. Heute sind die Kampfbrigaden für das Land ein Problem. Am Wochenende gab es in der libyschen Hafenstadt Bengasi schwere Zusammenstöße zwischen Demonstranten und einer Brigade namens "Schutzschild Libyens". Mindestens 31 Menschen kamen dabei ums Leben. Weitere 55 Menschen wurden verletzt, wie die Nachrichtenagentur Lana am Sonntag berichtete.

Libyens Militär forderte die Milizionäre nach Angaben eines Sprechers auf, ihr Hauptquartier umgehend an die Streitkräfte zu übergeben. Libyens Armeechef Jussuf al-Mangusch reichte am Abend seinen Rücktritt ein.

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Tote bei Protesten in Bengasi

Die Brigade "Schutzschild Libyens" besteht aus früheren Rebellen, die gegen die Führung von Gaddafi gekämpft hatten und noch immer bewaffnet sind. Die Demonstranten wollten erreichen, dass sie Bengasi verlassen und statt ihrer die Armee die Kontrolle übernimmt.

Später schalteten sich den Angaben nach libysche Spezialkräfte ein und beendeten die Kämpfe. Armeechef Al-Mangusch erteilte seinen Truppen am Sonntag den Befehl, das Hauptquartier und mehrere Stützpunkte der Miliz in Bengasi zu besetzten. Anschließend reichte er seinen Rücktritt ein, der vom Parlament in Tripolis umgehend angenommen wurde, wie die Agentur Lana berichtete.

Die neue libysche Führung ist seit Monaten bemüht, die verschiedenen bewaffneten Gruppen und Milizen, die sich in dem Kampf gegen das Regime Gaddafis gebildet hatten, entweder zu entwaffnen oder in die Streitkräfte einzugliedern.

Vor allem in Bengasi, dem Ausgangspunkt des Aufstands gegen Gaddafi, hat es bereits mehrmals schwere Auseinandersetzungen mit örtlichen Milizen gegeben. In der Stadt mit knapp 700.000 Einwohnern waren auch im September 2012 bei einem Terroranschlag auf das US-Konsulat der Botschafter und drei weitere US-Bürger getötet worden.

pg/SC (dpa, afp)

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