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Welt

Libysche Streitkräfte erobern Bani Walid

Eine der letzten Bastionen des alten Regimes von Muammar al-Gaddafi ist nach Angaben der libyschen Streitkräfte erobert. Die Kämpfe konzentrieren sich nun auf Sirte, wo sich noch immer Gaddafi-Anhänger verschanzt haben.

Kämpfer des Übergangsrates in Bani Walid auf einem Truck (Foto: Hamza Turkia)

Kämpfer des Übergangsrates in Bani Walid

Die vorletzte Bastion von Libyens Ex-Machthaber Muammar al-Gaddafi ist am Montag (17.10.2011) gefallen. Milizen des libyschen Übergangsrates haben nach sechs Wochen langen Kämpfen die Wüstenstadt Bani Walid eingenommen. Diese liegt rund 150 Kilometer südlich der Hauptstadt Tripolis.

"Bani Walid ist befreit"

Libysche Kämpfer in Bani Walid freuen sich (Foto: AP)

Freude nach der Einnahme

Im Stadtzentrum von Bani Walid hissten Milizionäre die Flagge des Übergangsrates und feuerten Freudenschüsse ab, wie der arabische Nachrichtensender Al-Arabija berichtete. "Die Stadt Bani Walid ist vollständig befreit", sagte ein Kämpfer dem Sender. Mitarbeitern des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) sei es am Montag erstmals wieder gelungen, Krankenhäuser in Bani Walid mit dringend benötigten Medikamenten zu versorgen.

Die Einheiten des Übergangsrates wollen ihre Angriffe nunmehr auf Sirte, die Geburtsstadt des inzwischen untergetauchten Ex-Diktators Muammar al-Gaddafi, konzentrieren. Dort halten sich in einigen Stadtvierteln weiterhin Anhänger Gaddafis verschanzt. Den Großteil der Stadt am Mittelmeer hatten die Milizen des Übergangsrates bereits vor einer Woche unter ihre Kontrolle gebracht. Sie werfen den Gaddafi-Kämpfern vor, die Zivilbevölkerung als menschliche Schutzschilde zu missbrauchen.

Mit Blick auf die humanitäre Lage in Sirte rief das US-Außenministerium die libyschen Konfliktparteien auf, "zivile Opfer zu vermeiden, Gefangene nach dem humanitären Völkerrecht zu behandeln und von jeder Art von Rache abzusehen".

Tod von Gaddafi-Sohn Chamis bestätigt

Porträt von Gaddfi-Sohn Chamis aus dem Jahr 2008 (Photo: Balkis Press)

Gaddafi-Sohn Chamis: Mehrfach wurde er für tot erklärt, jetzt wurde es bestätigt

Der syrische Pro-Gaddafi-Fernsehsender Al-Rai bestätigte mit mehrwöchiger Verspätung den Tod von Chamis al-Gaddafi, einem der Söhne des Ex-Diktators. Wie der Sender am Montag berichtete, wurde er am 29. August in Tarhuna, 80 Kilometer südöstlich von Tripolis, bei Kämpfen mit den Milizen der Übergangsrates getötet. Er hatte eine Elite-Einheit kommandiert, die für ihre Grausamkeit berüchtigt war.

Es handelt sich um die erste Bestätigung des Todes von Chamis al-Gaddafi aus dem Gaddafi-Lager. Der Übergangsrat hatte dies schon Ende August gemeldet. Die ehemaligen Rebellen hatten allerdings den Gaddafi-Sohn schon vorher zweimal fälschlicherweise für tot erklärt.

Autorin: Annamaria Sigrist (dpa, dapd, rtr, afp)
Redaktion: Thomas Grimmer

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