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Aktuell Afrika

Libysche Regierungstruppen siegen über Islamisten

Regierungstreue Einheiten haben in Bengasi, der zweitgrößten Stadt des Landes, zwei wichtige Bezirke unter ihre Kontrolle gebracht. Auf politischem Weg kommt das nordafrikanische Land dagegen nicht voran.

Regierungstreue Kämpfer in Bengasi (Foto: AFP)

Regierungstreue Kämpfer in Bengasi

Soldaten der international anerkannten Regierung haben nach eigenen Angaben islamistische Kampftruppen aus zwei zentralen Stadtteilen Bengasis verdrängt. Der Stadtbezirk Lithi, der in Anspielung auf die Taliban in Afghanistan auch als "Kandahar von Bengasi" bezeichnet wurde, sei "vollständig befreit" worden, teilte ein Sprecher der Sondereinheiten mit. Der Teil war von Kämpfern der IS-Terrormiliz "Islamischer Staat" und der Gruppe Ansar Ascharia kontrolliert worden, die dem Al-Kaida-Netzwerk nahesteht. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters ist auch der Bezirk Boatni von regierungstreuen Truppen eingenommen worden.

Die Truppen unter General Khalifa Haftar hatten am Samstag ihre Offensive in Bengasi begonnen. Haftar begrüßte die Erfolge in einem Video und äußerte die Hoffnung auf einen "abschließenden Sieg im ganzen Land".

Auch die Anwohner freuen sich über die Vertreibung der Islamisten (Foto: AFP)

Auch die Anwohner freuen sich über die Vertreibung der Islamisten

Bei einem Angriff der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) auf die westlibysche Stadt Sabrata gab es mehrere Todesopfer. Die Extremisten hätten mindestens sechs Polizisten getötet, teilte ein Sprecher des lokalen Rates mit. Die Nachrichtenagentur Libyan Cloud News Agency meldete, fünf IS-Kämpfer seien zu Tode gekommen. Lokale Kräfte hätten nach den Gefechten die Kontrolle zurückgewonnen. Die Lage sei angespannt. Sabrata liegt rund 80 Kilometer östlich der Grenze zu Tunesien. Das US-Militär hatte dort am vergangenen Freitag ein IS-Terrorcamp bombardiert. Dabei kamen nach offziellen Angaben mehr als 40 Menschen ums Leben.


Abstimmung über Einheitsregierung verschoben

Im ostlibyschen Tobruk scheiterte unterdessen ein weiterer Versuch, eine Vertrauensabstimmung des Parlaments über die neue Regierung der nationalen Einheit zu organisieren. Die erforderliche Zahl von 89 Abgeordneten wurde nicht erreicht. Die Abstimmung soll nun in der kommenden Woche stattfinden.

Nach langem Tauziehen war in der vergangenen Woche unter UN-Vermittlung eine neue Einheitsregierung vorgestellt worden. Auf sie richten sich die Hoffnungen, Gewalt und Chaos in Libyen zu beenden.

Libyen wird seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi 2011 von konkurrierenden Milizen beherrscht. Sie ringen neben zwei rivalisierenden Regierungen und Parlamenten in Tobruk und Tripolis um die Macht. Der IS nutzt die Lage, um sich im Land auszubreiten.

se/ww/kle (rtr, afp, dpa)

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