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Aktuell Afrika

Libyer legen Waffen nieder

In Libyen hat die Regierung mit der Entwaffnung der Bevölkerung begonnen. Eine erste Sammelaktion verlief unerwartet erfolgreich. Was aus den Milizen wird, ist noch unklar.

Hunderte Libyer folgten am Samstag der Aufforderung der Militärführung, ihre Waffen abzugeben. In Tripolis und Bengasi wurden mehr als 600 Waffenarten gezählt, darunter Gewehre, Landminen, Flugabwehrgeschütze, Raketenwerfer und Munition. Auch ein Panzer soll dabei gewesen sein, sagte einer der Teilnehmer. Militärsprecher Orman al-Warfali sprach von einer beeindruckenden Resonanz auf den Aufruf der Regierung.

Hunderte Bürger aus allen Teilen der Gesellschaft hätten ihre Waffen abgeliefert, Männer, Frauen, Jugendliche, sogar Kinder, die Kugel übergaben, die sie auf der Straße gefunden hätten, sagte Al-Warfali. Die Aktion soll nun in weiteren libyschen Städten wiederholt werden.

Die Regierung geht von etwa 200.000 bewaffneten Libyern aus. Bisherige Aufrufe, die Waffen abzuliefern, waren auf nur geringe Resonanz gestoßen. "Ich möchte in einem Land leben, in dem nur die Polizei und die Armee Waffen tragen", sagte ein Geschäftsmann in Bengasi, als er eine Maschinenpistole abgab. Sein Gewehr wolle er aber noch behalten, bis die Sicherheitslage sich weiter verbessert habe, fügte er hinzu.

Spätes Eingreifen der Regierung

Während des Aufstandes gegen Machthaber Muammar al-Gaddafi und in der ersten Zeit nach dessen Sturz hatten sich auf beiden Seiten zahlreiche Milizen gebildet. Es kam zu zahlreichen bewaffneten Auseinandersetzungen; in einigen Landesteilen versuchten sie, das Gesetz in ihre Hand zu nehmen.

Erst nach dem tödlichen Angriff auf das US-Konsulat in Bengasi Mitte September, bei dem der US-Botschafter und drei weitere US-Bürger getötet wurden, wurden die Rufe aus der Bevölkerung zur Entwaffnung der Milizen immer lauter. Vor knapp einer Woche hatte die libysche Regierung dann damit begonnen, die paramilitärischen Organisationen aufzulösen.

gmf/SC ( dapd, dpa, rtre)