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Welt

Libyen ohne Gaddafi - und ohne NATO

Nun ist der Diktator weg. Das Land steht tatsächlich vor einem Neuanfang. Doch was fängt Libyen damit an? Fest steht: Die NATO wird sich nach dem Tod Muammar al-Gaddafis bald zurückziehen - wohl noch in diesem Monat.

Freude über den Tod Gaddafis in der libyschen Hauptstadt (Foto: dpa)

Jubel in Tripolis

Der Rat der NATO beschloss am Freitagabend (21.10.2011) bei einer Sondersitzung in Brüssel, den Einsatz in Libyen nach fast sieben Monaten nun zum 31. Oktober zu beenden. NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen sprach zwar von einer vorläufigen Entscheidung. Doch im Bündnis hat niemand Zweifel, dass es auch tatsächlich so kommt.

Russland will Resolution aufheben

Geht es nach Russland, dann wird der Westen sich - symbolisch gesehen - noch weiter zurückziehen. Denn die Regierung in Moskau dringt auf die teilweise Aufhebung der UN-Resolution, die die NATO zu den Luftangriffen in dem nordafrikanischen Land ermächtigt hat. Der russische UN-Botschafter Vitali Tschurkin teilte mit, er habe im Sicherheitsrat einen Entwurf für eine neue Resolution eingebracht.

Zerstörungen nach einem NATO-Luftangriff in Libyen (Foto: dpa)

Rund 9600 Kampfeinsätze flog die NATO in Libyen

Die Libyen-Resolution vom März hatte dem Militärbündnis die Luftangriffe zum Schutz der Zivilbevölkerung Libyens vor der Gewalt des Gaddafi-Regimes erlaubt. Auf dieser Grundlage flogen NATO-Maschinen rund 9600 Kampfeinsätze gegen Gaddafis Armee und gegen militärische Einrichtungen.

Verkündet wird: Ende der Diktatur

Im Land selbst bedarf nun vieles der Klärung. Der Nationale Übergangsrat in Libyen will die feierliche Erklärung zur Befreiung des Landes von der 42-jährigen Herrschaft Gaddafis nun erst am Sonntag abgeben. Dann werde der Chef des Übergangsrates, Mustafa Dschalil, in der Stadt Bengasi das Ende der Diktatur verkünden, teilte das Informationsministerium mit. In Bengasi hatte der Aufstand gegen Gaddafi begonnen.

Muammar al Gaddafi (Archivbild: dapd)

Wird sein Tod je aufgeklärt? Ex-Diktator Gaddafi

Die Familie des getöteten Ex-Machthabers verlangte vom Übergangsrat die Herausgabe des Leichnams. Er müsse an Gaddafis Stamm in der Stadt Sirte übergeben werden, damit er nach islamischem Ritus beigesetzt werden könne, forderte die in Algerien lebende Witwe Saifa Gaddafi in einer von einem syrischen Fernsehsender ausgestrahlten Erklärung.

Agenturberichten zufolge will der Nationale Übergangsrat Gaddafi an einem geheimen Ort beerdigen lassen, um das Entstehen einer Pilgerstätte zu verhindern. Nach den Vereinten Nationen verlangten nun aber auch die USA eine Klärung der genauen Todesumstände des Diktators. Der 69-Jährige war am Donnerstag getötet worden, als Truppen des Übergangsrates seine Heimatstadt Sirte eroberten. Doch wie man klären kann, ob der festgenommene Gaddafi vorsätzlich getötet wurde oder in ein Feuergefecht geriet, weiß zum jetzigen Zeitpunkt niemand.

Autor: Marko Langer (mit dpa, afp, rtr)
Redaktion: Michael Wehling

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