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Aktuell Welt

Libyen: Milizionäre übergeben Stützpunkte in Tripolis an die Armee

Ihr Abzug aus der libyschen Hauptstadt wird zelebriert: Weitere Milizen rückten aus Tripolis ab. Dies sieht nach einem Erfolg für Volk und Regierung aus. Doch kann man den Extremisten trauen?

Eine Woche nach dem Blutbad unter friedlichen Demonstranten in Tripolis ziehen weitere der Milizen aus der libyschen Hauptstadt ab. Die früher als "Revolutionäre" gegen das Regime von Muammar al-Gaddafi verehrten Kämpfer werden für den Tod von mehr als 45 Menschen am vergangenen Freitag verantwortlich gemacht. Zwei ihrer Brigaden übergaben feierlich ihre Stützpunkte an die reguläre Armee.

Die Al-Kaaka-Brigade übergab nach Angaben ihres Chefs Othman Mligta ihren Standort den Behörden und verließ die Stadt samt Panzern und Waffen. An dem Abzug der ebenfalls aus der westlibyschen Stadt Sintan stammenden Sawaek-Brigade nahm Regierungschef Ali Seidan persönlich teil.

Demonstration für kompletten Abzug

Eine islamistische Miliz, die ein Gefängnis auf Tripolis' Mitiga-Luftwaffenstützpunkt betrieb, kündigte ebenfalls ihren Abmarsch an. Die Misrata-Brigade, die im Zentrum der blutigen Zusammenstöße stand, hatte mit dem Abzug aus Tripolis bereits am Montag begonnen. Die Regierung hatte dutzende Armeepanzer und gepanzerte Fahrzeuge auffahren lassen. Der Stadtrat von Tripolis und mehrere Organisationen riefen dazu auf, an diesem Freitag wieder für den Abzug sämtlicher Milizen auf die Straße zu gehen.

Al-Kaaka-Brigaden mit schwerem militärischen Gerät bereit zum Abmarsch aus Tripolis (foto: AFP/Getty Images)

Al-Kaaka-Brigaden mit schwerem militärischen Gerät bereit zum Abmarsch aus Tripolis

Keine Entwaffnung

Nach dem Sturz Gaddafis im Jahr 2011 hatten viele Libyer die Milizionäre zunächst als Helden gefeiert. Diese werden zum Teil von islamischen Extremisten geführt und weigern sich bis heute, ihre Waffen abzugeben oder sich in die neuen Sicherheitskräfte einzugliedern. Die Milizen in dem östlich von Tripolis gelegenen Misrata und in Sintan sind die am besten bewaffneten. Sie hatten nach Gaddafis Tötung während des NATO-Luftkriegs gegen Libyen dessen Waffenlager geplündert, verfügen auch über Panzer und Geschütze und sind den Regierungssoldaten oft überlegen.

SC/wl (afp, APE, dpa)

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