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Politik

Liberia ohne Frieden

Der langersehnte Frieden ist immer noch nicht in Liberia angekommen. Tausende Menschen sind wieder auf der Flucht vor Gewehrsalven. Medienberichten zufolge soll es auch ein neues Massaker gegeben haben.

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Trotz Friedenstruppen - wieder sind die Menschen auf der Flucht

Im westafrikanischen Bürgerkriegsland Liberia sollen trotz Abschluss eines Friedensabkommens bei einem Massaker etwa 1000 Menschen getötet worden sein. Das berichtete der britische Fernsehsender BBC am Montagmorgen (25.8.2003) unter Berufung auf den liberianischen Rundfunk.

Rebellen der Bewegung für Demokratie in Liberia (MODEL) sollen das Blutbad in der Stadt Bahn in der Nähe der Grenze zur Elfenbeinküste angerichtet haben. Zudem gab es Berichte, dass mehrere Dörfer in Brand gesteckt worden seien. Eine unabhängige Bestätigung dafür gibt es jedoch nicht. Der liberianische Verteidigungsminister Daniel Chea sagte laut BBC, er wisse nichts über den Vorfall.

Ruhe nur in der Hauptstadt

Für Ordnung sollte die internationalen Friedenstruppe sorgen. Zwar ist ihr vorgesehenes Kontingent von 3250 Soldaten noch immer nicht erreicht - in der Hauptstadt Monrovia konnten die Soldaten aber weitgehend für Ruhe sorgen. Anders auf dem Land, wo die Gewalt noch nicht eingedämmt wurde. Dort sind wegen erneuter Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Rebellen Tausende Menschen auf der Flucht. Die liberianische Regierung und die Rebellen werfen sich gegenseitig vor, die Waffenruhe gebrochen zu haben.

Während Verteidigungsminister Daniel Chea die Rebellen für den Bruch der Waffenruhe südlich von Monrovia verantwortlich machte, erklärte der Stabschef der westafrikanischen Friedenstruppe, Theophilus Tawiah, die Aufständischen hielten an dem Waffenstillstand fest. Offenbar seien die Schüsse von regierungsnahen Milizen abgefeuert worden. Einigen von ihnen wurde bereits wiederholt vorgeworfen, Dorfbewohner mit dem Ziel zu vertreiben, dann die Häuser der Flüchtlinge zu plündern.

USA auf dem Rückzug?

Die Bürgerkriegsparteien der westafrikanischen Republik hatten erst am 19.8.2003 ein Abkommen unterzeichnet, in dem sie sich auf das sofortige Ende der Kämpfe und die Bildung einer Übergangsregierung geeinigt hatten. Die Friedenstruppe bemühe sich um Kontakt mit den verschiedenen Milizen in der ländlichen Region, sagte Tawiah.

Es werde jedoch noch einige Zeit dauern, bis die Soldaten aufs Land vorstoßen könnten. Angesichts der Entwicklung zogen die USA am Sonntag ihre 150 Marineinfanteristen nach elftägigem Einsatz wieder aus Monrovia ab. Die Eingreiftruppe soll auf Schiffen vor der Küste stationiert bleiben und bei Bedarf erneut zur Unterstützung der westafrikanischen Friedenstruppe an Land gehen. (iw)

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