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Afrika

Liberia kämpft mit Ebola-Ausbruch

Liberia hat den Gesundheitsnotstand ausgerufen. Die Regierung schließt Schulen und verordnet Staatsbediensteten 30 Tage Zwangsurlaub. Die Bevölkerung ist verunsichert.

Die Stimme der liberianischen Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf klingt brüchig, als sie die nächsten Schritte verkündet, um die tödliche

Ebola-Seuche

in dem westafrikanischen Land einzudämmen: Mitarbeiter im Staatsdienst, die nicht absolut unabkömmlich sind, sollen in eine 30-tägige Zwangspause geschickt werden. Anschließend würden am Freitag (01.08.2014) dann alle öffentlichen Gebäude desinfiziert, verkündet die Staatschefin. Alle Schulen im Land werden bis auf weiteres geschlossen.

"Das Gesundheitsministerium und die entsprechenden Behörden sollten auch die Einäscherung aller Opfer des tödlichen Ebola-Virus erwägen", so Johnson Sirleaf weiter. Die Maßnahmen zielen darauf ab, die Ausbreitung der Seuche einzudämmen und zu verhindern, dass Wasserquellen kontaminiert werden.

Liberia hatte die Epidemie schon am Wochenende zum nationalen Notfall erklärt und die

Grenzen bis auf wenige Ausnahmen geschlossen

. In dem Land sind bereits mehr als 140 Menschen an dem Virus gestorben. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation haben sich bislang mehr als 1300 Menschen in Liberia, Guinea, Sierra Leone und

Nigeria mit Ebola

infiziert - 729 von ihnen sind gestorben. Auch Sierra Leone hat inzwischen den Notstand ausgerufen und plant, ganze Gebiete unter Quarantäne zu stellen.

Menschen desinfizieren ihre Hände (Foto: EPA/AHMED JALLANZO +++(c) dpa - Bildfunk)

Regelmäßiges Händewaschen und -desinfizieren soll den Ebola-Erreger fern halten

Ein Großteil der Bevölkerung begrüßt die neuen Schritte. "Die Regierung ist verpflichtet, die Bürger zu schützen", sagt der Liberianer Matthew S. Nyekan der DW in der Hauptstadt Monrovia. "Die Maßnahmen sind in Zeiten der Ebola-Seuche ein Schritt in die richtige Richtung."

Zu spät reagiert?

Andere Bürger sind da skeptischer. "Ich denke, die Maßnahmen kommen zu spät und sie werden uns nicht helfen", sagt die Liberianerin Fabine Kwiah. "Wir wissen nicht, wer an Ebola erkrankt ist. Hier sind auch nicht genügend Untersuchungszentren, die herausfinden können, ob jemand infiziert ist."

Da es noch keine zugelassene Impfung gegen Ebola gibt, bleibt nur, die bereits Erkrankten zu isolieren und Menschen über die Ansteckungswege zu informieren. Neben Gesundheitszentren und Behörden übernimmt das in Liberia unter anderem der Rapper Shadow, der mit seinem Song "Ebola in der Stadt" Aufklärung betreibt. "Pass auf, wie du Leuten die Hand gibst, pass auf, wen du berührst - Ebola tötet schnell", warnt er. "Keine Küsse!" Besser seien in die Luft geworfene Küsse aus der Distanz, rät der Musiker.

Die Menschen in Liberia versuchen, mit diesen neuen Begrüßungsformen zurechtzukommen. Aber das sei nicht leicht, sagt Nyekan aus Monrovia. "Es ist Teil unserer Kultur - wir sind es gewöhnt, uns die Hände zu schütteln, uns zu umarmen." Nyekan selbst begrüßt zurzeit aus Angst vor Ebola andere Menschen nicht mehr per Handschlag.

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