Liberaler gewinnt Wahl in Costa Rica | Aktuell Amerika | DW | 02.04.2018
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Lateinamerika

Liberaler gewinnt Wahl in Costa Rica

Zwei gleichnamige Kandidaten - mit gegensätzlichen Einstellungen: Das war die Ausgangslage vor der Stichwahl um das Präsidentenamt in Costa Rica. Nun steht fest: Der Kandidat mit den liberalen Positionen hat gewonnen.

Carlos Alvarado (imago/Agencia EFE/A. Otalora)

Der Wahlsieger: Carlos Alvarado

Neuer Präsident der zentralamerikanischen Republik Costa Rica wird Carlos Alvarado, der Kandidat der linksliberalen Regierungspartei PAC (Partido Acción Ciudadana). Der 38 Jahre alte Journalist und ehemalige Arbeitsminister erzielte bei der Stichwahl am Sonntag rund 61 Prozent der Stimmen, wie die Wahlkommission in San Jose mitteilte.

Carlos Alvarado, der sich auch als Romanautor einen Namen gemacht hat, setzte sich damit klar gegen den evangelikalen Aktivisten Fabricio Alvarado (43) durch. Im ersten Wahlgang im Februar hatte Fabricio Alvarado noch knapp vor Carlos Alvarado gelegen, mit dem er nicht verwandt ist. Der bisherige Staatschef Luis Guillermo Solís, der vor vier Jahren erstmals das höchste Staatsamt für die PAC erobert hatte, durfte gemäß Verfassung nicht noch einmal antreten.

Gespaltenes Land

Ein zentrales Thema der Wahlkampagne beider Bewerber war die Homoehe, die nach einem Urteil des Interamerikanischen Gerichtshofs für Menschenrechte in allen Mitgliedsstaaten - so auch in Costa Rica - zugelassen werden soll.

Fabricio Alvarado (Reuters/J.-C. Ulate)

Der Wahlverlierer: Fabricio Alvarado

Im Gegensatz zum Wahlsieger Carlos Alvarado war Fabricio Alvarado als radikaler Gegner gleichgeschlechtlicher Ehen aufgetreten, auch wollte er die Möglichkeit von Abtreibungen beschränken. Politische Beobachter sahen in der Wahlauseinandersetzung einen Beleg für die wachsende soziale Spaltung: Während Carlos Alvarado die gut gebildeten städtischen Milieus repräsentiert, rekrutiert der konservative Prediger Fabricio Alvarado seine Anhänger eher aus armen ländlichen Schichten.

Der Staat mit seinen rund fünf Millionen Einwohnern gilt als demokratisches Musterland Mittelamerikas. Der neue Präsident Carlos Alvarao wird sich jedoch mit einer schweren Krise des Staatshaushalts, Korruptionsaffären und zunehmender Drogenkriminalität auseinandersetzen müssen. Das Staatsdefizit betrug 2017 knapp sechs Prozent des Bruttoinlandprodukts.

wa/se (afp, rtr, dpa)

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