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Aktuell Welt

Libanon fordert Hisbollah-Abzug aus Syrien

Der libanesische Präsident Michel Suleiman sorgt sich um die Stabilität seines Landes: Er forderte die schiitische Hisbollah-Miliz auf, ihre Kämpfer aus dem Nachbarland Syrien abzuziehen.

Wenn die Hisbollah weiterhin im syrischen Bürgerkrieg auf der Seite von Präsident Baschar al-Assad kämpfe, verschärfe das die Instabilität im Libanon, sagte Suleiman. "Wenn sie an der Schlacht um Aleppo teilnimmt und weitere Hisbollah-Kämpfer getötet werden, führt das zu mehr Spannungen", sagte er der libanesischen Zeitung "As-Safir".

Suleiman ließ dem Generalsekretär der Arabischen Liga, Nabil al-Arabi, zudem ein Schreiben übermitteln, in dem er gegen einen Angriff der syrischen Luftwaffe auf libanesischem Territorium in der vergangenen Woche protestiert.

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Immer mehr flüchten aus Syrien

Der Libanon, in den eine halbe Million Syrer geflohen sind und den Syrien drei Jahrzehnte lang militärisch und wirtschaftlich dominiert hatte, wird immer mehr in den Bürgerkrieg hineingezogen. Während die Hisbollah an der Seite des Alawiten Assad kämpft, unterstützen die Sunniten im Libanon die überwiegend sunnitischen Rebellen in Syrien. Im Libanon wachsen daher die Spannungen zwischen Sunniten und Alawiten, die aus den Schiiten hervorgegangen sind.

Kämpfer der Hisbollah und syrische Rebellen lieferten sich unterdessen im Umland von Damaskus heftige Gefechte. Ein Sprecher der Revolutionsbewegung sagte der Nachrichtenagentur dpa: "Die Freie Syrische Armee hat in der Nähe des Khomeini-Krankenhauses eine Gruppe von Hisbollah-Kämpfern umzingelt."

Keine Bestätigung gab es von der Hisbollah für Berichte von Regimegegnern, die in der Provinz Idlib angeblich mehrere Hisbollah-Milizionäre gefangen genommen haben. Sie erklärten, sie wollten die Libanesen und mehrere gefangene Iraner gegen syrische Gefangene des Regimes austauschen. Regierungstruppen und die Hisbollah versuchen seit Mittwoch, die Nachschubwege der Rebellen südlich der Hauptstadt abzuschneiden.

Blick auf den Triumphbogen der antiken Stadt Palmyra (Foto: LOUAI BESHARA/AFP/Getty Images)

Bedrohtes Weltkulturerbe: Der Triumphbogen in der antiken Stadt Palmyra

Der Bürgerkrieg in Syrien gefährdet auch die einzigartigen Kulturdenkmäler des Landes: Das Welterbekomitee der UN-Kulturorganisation (UNESCO) hat jetzt alle sechs Stätten auf die Liste der gefährdeten Welterbestätten gesetzt. Betroffen sind die Altstadt von Damaskus, die Oase Palmyra, die antiken "Toten Städte" im Norden, die Burg Krak des Chevaliers, die Altstadt von Bosra und das alte Aleppo.

Besonders die Altstadt von Aleppo sei bei den Kämpfen zwischen Regierungstruppen und Aufständischen besonders in Mitleidenschaft gezogen worden, hieß es bei der Jahreskonferenz der Organisation in der kambodschanischen Hauptstadt Phom Phen. Allerdings sei es schwierig für Denkmalexperten, die Schäden selbst in Augenschein zu nehmen. Das Komitee habe unter anderem Fotos und Berichte von Einheimischen bei der Entscheidung berücksichtigt.

re/wl (kna, afp, dpa, rtr)

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